Donnerstag, 9. Februar 2012, 07:51 Uhr

manager magazin



05.01.2009
 

BaFin

Parex-Bank darf kein Geld mehr annehmen

Von Christoph Rottwilm

Die deutsche Finanzaufsicht hat der lettischen Parex-Bank untersagt, hierzulande weiterhin Kundengelder anzunehmen. Grund sei, dass die Bank ihrerseits die Auszahlungen an ihre Anleger beschränkt habe, so ein BaFin-Sprecher zu manager-magazin.de.

Hamburg - Die angeschlagene lettische Parex-Bank kann in Deutschland zurzeit kein Neugeschäft generieren. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dem Institut untersagt, hierzulande weiterhin Kundengelder anzunehmen. Das bestätigte ein Sprecher der BaFin auf Anfrage von manager-magazin.de. Grund für das Einlagenverbot, das nach Angaben des Sprechers bereits Anfang Dezember erteilt wurde, sei die Tatsache, dass die Parex-Bank ihrerseits die Auszahlungen an Kunden auf umgerechnet rund 50.000 Euro pro Monat beschränkt hatte.

Kein Einlagengeschäft mehr: Die BaFin ist bei der Parex-Bank eingeschritten
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REUTERS

Kein Einlagengeschäft mehr: Die BaFin ist bei der Parex-Bank eingeschritten

Hintergrund: Die Parex-Bank war im November vergangenen Jahres in Schwierigkeiten geraten, als zahlreiche Kunden schlagartig ihr Geld abheben wollten. Nach Angaben von Deutschland-Chefin Signe Kalnina zogen die Kunden innerhalb von 14 Tagen etwa 200 Millionen Lats (etwa 280 Millionen Euro) ab, weil sie es bei der in Lettland stark vertretenen schwedischen Konkurrenz sicherer wähnten.

Die schwedische Regierung hatte sich unmittelbar zuvor hinter ihre Banken gestellt. In einer Ad-Hoc-Aktion übernahm daraufhin der lettische Staat die Mehrheit an der Parex-Bank. Um zu verhindern, dass die Konten weiterhin leer geräumt werden, wurden wenig später die Auszahlungen an die Parex-Kunden auf 50.000 Euro pro Monat begrenzt.

Nach Angaben des BaFin-Sprechers hofft die Finanzaufsicht, dass es sich bei dem Einlagenverbot lediglich um eine temporäre Maßnahme handelt, und dass die Bank ihre Auszahlungsbeschränkung in Kürze wieder aufheben wird. Darauf deuten nach Ansicht des Sprechers zum Beispiel positive Nachrichten über Hilfskredite hin, die Lettland aus dem Ausland erhalten soll.

Tatsächlich wurde bereits kurz vor Weihnachten bekannt, dass Lettland Hilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält. Das Direktionsgremium habe einem Kredit in Höhe von 1,68 Milliarden Euro für Lettland zugestimmt, teilte der IWF mit. Die Hilfe solle in mehreren Tranchen freigegeben werden. Zuvor hatte bereits die Europäische Union dem Baltikumstaat Finanzhilfen von bis zu 3,1 Milliarden Euro zugesagt. Lettland hat derzeit mit der schwersten Rezession aller 27 EU-Länder zu kämpfen. Für das kommende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um bis zu 5 Prozent.

Von der Parex-Bank war eine Stellungnahme zu dem Einlagenstopp zunächst nicht zu bekommen. In einer Mail schreibt das Institut allerdings: "Leider können wir momentan keine neuen Einlagen entgegennehmen beziehungsweise verlängern. Mit Beschluss des lettischen Ministerkabinetts und der lettischen Finanzaufsicht (FKTK) sind der Parex Bank vorübergehend Auszahlungsbeschränkungen auferlegt worden. Aufgrund dieser Entscheidung hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der Parex Bank vorübergehend untersagt, neue Einlagen in Deutschland entgegen zu nehmen beziehungsweise zu verlängern."

"Es wird von unserer Seite alles dafür getan, dass diese Beschlüsse schnellstmöglich vorzeitig aufgehoben werden", heißt es weiter. "Wir bedauern, Ihnen momentan keine andere Auskunft geben zu können und würden uns freuen, Ihnen in Zukunft wieder lukrative Geldanlagen anbieten zu können."

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