"Während die Voraussetzungen für eine kurzfristige Rallye an den Aktienmärkten im Zeitraum Dezember bis Februar günstig wie selten erscheinen, ist es aus unserer Sicht für einen nachhaltigen Aufschwung noch zu früh". Der Tiefpunkt dürfte vielmehr erst Mitte 2009 mit dem von HSBC erwarteten Tiefpunkt der Gewinnrevisionen zusammenfallen.
Bei der Privatbank Sal. Oppenheim hoffen die Experten ebenfalls ab dem zweiten Quartal 2009 auf eine allmähliche Stabilisierung der weltweiten Konjunktur. Motiviert durch eine sehr aggressive Fiskal- und Geldpolitik könne der Aktienmarkt Ende des ersten Halbjahres deutlichen Auftrieb spüren. "Zur Jahresmitte könnte der Dax bei 6000 Punkten stehen", sagt Matthias Jörss, leitender Aktienstratege bei Sal. Oppenheim. Allerdings dürften Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung den Elan der Börsianer bremsen und in einen neuerlichen Abschwung münden. Am Jahresende könnte der Dax dann wieder auf einen Stand von 4800 bis 5400 Punkten fallen.
Für Privatanleger sei der Einstieg in den Aktienmarkt in erster Linie wegen der Abgeltungsteuer anzuraten. Dabei sollten die Anleger vor allem auf Titel mit einer hohen Dividende setzen, die durch einen hohen Mittelzufluss gestützt werde. Weiteres Auswahlkriterium sollte eine niedrige Verschuldung und ein konjunkturstabiles Geschäftsmodell sein.
Optimistisch blickt indes der belgisch-niederländische Vermögensverwalter Fortis auf das Börsenjahr: 2009 werde "das Jahr der Extreme", sagte Fortis-Chefanlagestratege William de Vijlder. "Auch 2009 werden die Finanzmärkte außergewöhnlich volatil bleiben.
Die Aktienkurse werden trotz anhaltender Unsicherheiten steigen, weil das derzeitige Kursniveau bereits eine Rezession berücksichtigt." In der zweiten Jahreshälfte 2009 dürfte sich dann eine allmähliche Konjunkturerholung abzeichnen. De Vijlder hält einen Anstieg der Aktienkurse "von 15 Prozent oder mehr für wahrscheinlich". Es sei "an der Zeit, nicht nur die Risiken sondern auch die Chancen zu sehen."
Sonja Funke, dpa-afx
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