Von Arne Gottschalck
Hamburg - Der Skandal um den mutmaßlichen Milliardenbetrüger und ehemaligen US-Börsenchef Bernard Madoff hat, so berichtete am Freitag die "Financial Times Deutschland" (FTD), seinen Weg nach Deutschland gefunden. Der Schaden für die Anleger habe einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.
Geschlossen: Die Anleger einiger Fonds mussten diesen Schritt hinnehmen
Warum dieser Schritt? Aus Gründen des Anlegerschutzes, heißt es auf der Internetpräsenz von BG Umbrella Fund. Und weiter: "Diese Entscheidung wurde aus Sicht des Verwaltungsrates der Verwaltungsgesellschaft (LRI, Anmerkung der Redaktion) notwendig, da die vorgenannten Teilfonds per 17. Dezember 2008 in den OGAW nach luxemburgischen Recht Herald US Absolute Return Fund Euro beziehungsweise in den Herald US Absolute Return Fund Dollar investiert waren. Ein mutmaßlicher Betrugsfall, welchem der vorgenannte Zielfonds offenbar zum Opfer gefallen ist, hat dazu geführt, dass zum einen aktuell keine Preisbewertung des Zielfonds mehr stattfindet und zum anderen es auch zu befürchten steht, dass mit einem Totalausfall des Zielfonds gerechnet werden muss. Aus Sicht des Verwaltungsrates der LRI Invest ist eine ordnungsgemäße Berechnung der Anteilwerte der Teilfonds derzeit unmöglich."
Das bedeutet für die Anleger, dass "Zeichnungen und Rücknahmen in den Teilfonds, ab dem 17. Dezember 2008 bis auf Weiteres nicht mehr möglich sind". Einstieg wie Ausstieg sind den Anlegern also verwehrt. LRI, die Luxemburger Gesellschaft, die der BG die technische Abwicklung bietet, war am Freitag telefonisch nicht mehr zu einer Stellungnahme zu erreichen.
Doch der Fall zieht noch weitere Kreise. Die Frankfurter Fondsgesellschaft Frankfurt Trust räumt auf ihrer Homepage ein, gleichfalls von der Affäre Madoff betroffen zu sein. Allerdings handele es sich nicht um Fonds der hauseigenen Manager, sondern um solche, die "exklusiv für Vermögensverwalter" aufgelegt wurden.
Beispiel Secure Systematik, ein Fonds, nach Angaben der Ratingagentur Morningstar die Vermögensverwaltung Carat als Berater verantwortet. Bei diesem Fonds, so Frankfurt Trust, sei die Ausgabe von Anteilen vorübergehend eingestellt. Rücknahmen allerdings sollen weiter möglich sein. Auf der Homepage von Carat fehlt eine Erklärung, nur der Hinweis auf die Fonds Secure, Initiator des Fonds.
© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH