Für diese Fragen interessieren sich seit einiger Zeit auch immer mehr Dubai-1000-Anleger. Spätestens seit ihnen die Staatsanwaltschaft kürzlich schriftlich nahelegte, sich vollstreckbare Titel zu besorgen, um von dem wenigen, in Deutschland sichergestellten Vermögen zumindest einen Teil abzubekommen, herrscht Unruhe. Mehrere Kanzleien sind bereits mit dem Thema betraut, mindestens 20 Klagen auf Rückabwicklung der Beteiligung wegen Prospektfehlern wurden schon eingereicht. Auch gegen den Treuhänder wird inzwischen die erste Klage vorbereitet.
Dabei war eine Rückabwicklung der gesamten Beteiligungsgesellschaft eigentlich schon beschlossen. Im Sommer stimmten 97 Prozent der Investoren einem entsprechenden Vorschlag zu - der von Recker selbst gemacht worden war. Der Initiator erhoffte sich offenbar, auf diese Weise halbwegs ungeschoren aus der Sache wieder herauszukommen.
Der Gesellschafterbeschluss zur Rückabwicklung des Fonds wurde jedoch gestern vom Dortmunder Gericht kassiert. "Diese Rückabwicklung wäre eine Farce gewesen", sagt Oliver M. Fawzy von der Kanzlei KWAG zu manager-magazin.de. "Durch die systematische Informationsverweigerung von Seiten des Herrn Recker hatten die Anleger keine Möglichkeit zu durchschauen, worüber sie da abstimmen." Zudem, so der Anwalt, hätten sie mit der Zustimmung gleichzeitig sämtliche Ansprüche gegen die Fondsgeschäftsführung, den Treuhänder und andere Verantwortliche aus der Hand gegeben - ein Freibrief für die Beschuldigten also. Das Dortmunder Landgericht sah das offenbar genauso.
Recker selbst ärgert sich indes über diesen Richterspruch womöglich gar nicht so sehr. Schon länger versucht er, das Grundstück zu verkaufen - bislang offenbar ohne Erfolg. Und im zurzeit mehr als schwierigen Dubaier Immobilienmarkt dürften die Chancen auf einen Geschäftsabschluss nicht eben steigen. Auch die Lage mitten in der Wüste macht die Sache nicht einfacher. Das Projekt Dubailand, das den Wert des Fondsgrundstücks bislang wesentlich beeinflusste, wurde dem Vernehmen nach jedenfalls vorläufig gestoppt.
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