Dortmund/Dubai - Neuigkeiten für die rund 1000 Anleger des Dubai 1000 Hotelfonds von Initiator Georg Recker aus Hamm. Seit gestern steht fest: Die mysteriöse Losna Limited mit Sitz in der Karibik, über die manager-magazin.de bereits vor Monaten berichtete, mag es wohl geben. Die angeblichen 107 Millionen Euro, die die Losna in den Fonds eingezahlt haben soll, sind aber wie vermutet nie geflossen. Tatsächlich hat die Firma offenbar überhaupt kein Geld für das Hotelprojekt überwiesen. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die Reckers Rechtsanwalt Ekkehart Heberlein gestern mehreren Beobachtern zufolge in einem Zivilverfahren vor dem Dortmunder Landgericht abgegeben hat. Heberlein war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Die Dortmunder Staatsanwaltschaft sieht sich durch die Äußerung Heberleins in ihrem Betrugsverdacht gegen Initiator Recker bestätigt. "Wir haben das mit Interesse zur Kenntnis genommen, es fügt sich sehr gut in das Bild, das wir bisher schon von dem Fall hatten", sagt Oberstaatsanwältin Ina Holznagel zu manager-magazin.de. "Entscheidend wird allerdings sein, was der Beschuldigte letztlich selbst zu den Vorwürfen sagt."
Persönliche Einlassungen Reckers gibt es bislang allerdings nicht. Auch für eine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen war er nicht zu erreichen. Der Finanzwirt aus Hamm befindet sich in Dubai und geht dort unverdrossen seinen Geschäften nach. Sein neuestes Projekt: Auf eigens veranstalteten Seminarreisen wirbt er für ein Time-Sharing-Modell, über das deutsche Ärzte nach Zahlung eines "Eintrittsgeldes" in Höhe von 50.000 Euro pro Jahr in einer Klinik in der Dubai Healthcare City zeitweise tätig sein können.
Hintergrund: Seit gut einem Jahr ermitteln Dortmunder Polizei und Staatsanwälte gegen Recker. Der Verdacht: Kapitalanlagebetrug. Dem Initiator werde vorgeworfen, Gelder unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingesammelt zu haben, um sich persönlich zu bereichern, schrieb die Staatsanwaltschaft kürzlich an Anleger. Die Losna Limited spielt bei den Ermittlungen eine zentrale Rolle.
Wie kam es dazu? Vor etwa drei Jahren hatte Recker mit viel Bohei versucht, seinen ersten Fonds (den Dubai 1000 Hotelfonds) in den grauen Kapitalmarkt zu drücken. Ein Luxushotel wollte er angeblich bauen, ausgestattet mit 1000 Zimmern, 50 so genannten Ownersuiten und - als besonderem Bonbon - dem "Ein-Zimmer-Ein-Auto-Konzept", bei dem die Übernachtungsgäste eigens bereit gestellte Fahrzeuge kostenlos nutzen können. Das dafür erforderliche Geld - nicht weniger als 143 Millionen Euro - wollte sich der Junginitiator bei deutschen Anlegern besorgen. Dafür versprach er Ausschüttungen zwischen 9 und 12 Prozent.
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