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09.12.2008
 

ZEW-Index

Optimisten sehen Trendwende

Steigende Erwartungen, schlechtere Lage - der ZEW-Konjunkturindex zur Stimmung am Finanzmarkt zeichnet ein gemischtes Bild. Obwohl die Wirtschaft tiefer in die Rezession rutscht, sehen immer mehr Analysten Licht am Horizont.

Mannheim - Börsenexperten rechnen ab Mitte kommenden Jahres mit einem Ende der wirtschaftlichen Talfahrt in Deutschland. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen auf Sicht von sechs Monaten stieg im Dezember überraschend um 8,3 auf minus 45,2 Punkte.

Exportwirtschaft: Während die Lage sich verdüstert, sehen Finanzexperten erste Hoffnungsschimmer
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Exportwirtschaft: Während die Lage sich verdüstert, sehen Finanzexperten erste Hoffnungsschimmer

Das sei der zweite Anstieg in Folge, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 328 Börsianern mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 55,0 Zähler gerechnet. Nach Veröffentlichung der Zahlen drehte der deutsche Aktienindex Dax Chart zeigen in Frankfurt ins Plus. Der Euro Chart zeigen legte leicht zu.

Das ZEW teilte mit, die Verbesserung signalisiere, dass sich die Sorgen über eine weitere Verschärfung der Rezession ab Mitte 2009 in Grenzen halten. Die Zinssenkungen der Zentralbanken weltweit und die Konjunkturpakete der Regierungen dürften die konjunkturelle Entwicklung stützen. Allerdings blieb das Barometer trotz des erneuten Anstiegs weit unter seinem langjährigen Durchschnitt von 26,8 Punkten.

Die aktuelle Lage schätzten die Experten dagegen deutlich schlechter ein. Der Teilindex sank um 14,1 auf minus 64,5 Punkte. Die aktuelle Lageeinschätzung notiert damit gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2005. "Die deutsche Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Rezession", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Über den Konjunkturverlauf im kommenden Jahr herrsche noch Unsicherheit.

"Die Bundesregierung ist gut beraten, anstelle eines konjunkturellen Strohfeuers wie Konsumgutscheine ein Wachstumspaket beispielsweise mit Infrastrukturinvestitionen in Angriff zu nehmen", sagte Franz, der auch dem Sachverständigenrat der Bundesregierung ("Wirtschaftsweise") angehört. Ökonomen warnten davor, die optimistischeren Konjunkturerwartungen überzubewerten. "Man kann noch keine Trendwende ausrufen", sagte Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. Die Entwicklung folge schlicht der Leitlinie - "Schlimmer geht's nimmer!", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Commerzbank.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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