Tokio - Der nicht börsennotierte Lebensversicherer Yamato Life gab bekannt, dass er einen Schuldenberg von rund 2,7 Milliarden Dollar angehäuft habe. Das Unternehmen erklärte, es sei wegen unerwarteter Verluste bei Wertpapiergeschäften im Zuge der Finanzmarktkrise in die Schieflage geraten. Die Meldung beschleunigte am Freitag die Talfahrt des Nikkei
, der am Montag in der Spitze mehr als 11 Prozent verlor.
Der japanische Finanzminister Soichi Nakagawa beteuerte umgehend nach der Bekanntgabe der Pleite, das Unternehmen unterscheide sich in seinem Geschäftsmodell von anderen Unternehmen der Versicherungsbranche in Japan. Auch Wirtschaftsminister Kaoru Yosano beteuerte, es gebe keine weiteren Versicherer mit Problemen. "Es ist das kleinste Unternehmen in unserem Versicherungssektor. Dies ist das Scheitern eines Unternehmens, das ein einmaliges Geschäftsmodell hatte", sagte er vor Journalisten.
Auch Finanzexperten erklärten, der Bankrott von Yamato Life bedeute nicht den Auftakt zu einer Reihe weiterer Pleiten. "Sie sind nicht gescheitert, weil das japanische Finanzsystem nicht richtig arbeitet oder es nicht genug Liquidität in Japan gibt", sagte Societe-Generale-Stratege Masanaga Kono. "Ich bezweifle, dass andere Unternehmen so hohe Risiken eingegangen sind."
Händler zeigten sich dennoch überrascht von der Pleite. "Die Nachricht kam völlig überraschend und verursacht Gänsehaut bei vielen von uns", sagte der der stellvertretende Chef des Devisenhandels bei Nomura, Hideki Amikura. Fondsmanager würden nun noch strikter auf riskante Anlagen verzichten. "Das wird wahrscheinlich auch den Yen weiter nach oben treiben", sagte der Experte.
Yamato ist die nunmehr achte Lebensversicherungsgesellschaft des Landes, die seit dem Zweiten Weltkrieg untergangen ist. Yamato ging aus der 1911 gegründeten Nihon Chohei Hoken hervor. 2002 wurde das rund 1000 Mitarbeiter zählende Unternehmen eine Aktiengesellschaft und verfügte zum Ende März über 170.000 Versicherungskontrakte.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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