Düsseldorf - Die Finanzkrise macht den milliardenschweren Zukauf von National Starch für Henkel
teurer. "Uns drohen höhere Spreads", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted der "Börsen-Zeitung". Die Extraeinnahmen des US-Klebstoffkonzerns reichten wohl nicht mehr aus, um die Zinsausgaben zu decken.
"Jetzt gehen wir davon aus, dass die Zinsausgaben etwas höher sein werden", sagte Rorsted. Auch die Platzierung einer Anleihe zur Finanzierung des knapp vier Milliarden Euro teuren Kaufs sei nach wie vor möglich. Über einen Komplett- oder Teilverkauf der US-Beteiligung Ecolab
Auch über den angekündigten Verkauf des Klebstoffgeschäfts für Verbraucher unter dem Namen Duck werde verhandelt, sagte Rorsted der Zeitung. Zukaufen will der Vorstandschef dagegen im Kosmetikgeschäft. Henkel könne mit dem derzeit stark auf Europa und Nordamerika konzentrierten Geschäft leben, wolle die Sparte aber größer und profitabler machen. "Wir müssen sehen, wie wir uns ergänzen können", sagte Rorsted. Bei einem Zukauf stehe die Qualität im Vordergrund, Zeitdruck gebe es nicht.
Die angekündigten Preiserhöhungen für Waschmittel (Persil) und Kosmetik um bis zu 10 Prozent sollen in Europa nach und nach umgesetzt werden. In den USA seien die Preise zum 1. Oktober erhöht worden, sagte Rorsted. Henkel rücke trotz der steigenden Rohstoffpreise und der starken Schwankungen an Ölmarkt nicht von seinen Planungen und den zugrundeliegenden Annahmen ab.
Wachsen soll der Düsseldorfer Persil- und Pattex-Hersteller nach Rorsteds Vorstellungen vor allem in den aufstrebenden Entwicklungsländern. Diese versprächen höheres Wachstum, weshalb dort mehr investiert werden müsse. Zugleich sei das Geschäft in Schwellenländern weniger profitabel.
"Die Frage ist, wie viel Wachstum kann ich mir in den Emerging Markets leisten, ohne dass es zulasten der Profitabilität des Gesamtunternehmens geht", sagte Rorsted. Henkel werde am 6. November neue langfristige Finanzziele bekanntgeben.
manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters
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