Von Andreas Nölting und Christoph Rottwilm
Hamburg - In einer dramatischen Nachtaktion ist die Depfa Bank plc.
, eine Gesellschaft irischen Rechts mit Sitz in Dublin, offenbar vor dem Zusammenbruch gerettet worden. Diverse Geschäfts- und Landesbanken sowie die Bundesbank und die Bafin haben, so ein Insider, einen "virtuellen Interbankenmarkt" installiert, der der Depfa Bank aus der Liquiditätskrise helfen soll. Das Institut ist seit Oktober 2007 hundertprozentige Tochter der im deutschen Leitindex Dax
notierten Hypo Real Estate (HRE)
.
Damit aber nicht genug: Inzwischen hat sich die Bundesregierung bereit erklärt, die Risiken mit einer Garantie in zweistelliger Milliardenhöhe abzusichern. Damit muss im Ernstfall letztlich der Steuerzahler die Milliardenrechnung begleichen.
Insgesamt wollen Banken und der Bund Verlustrisiken in Höhe von 35 Milliarden Euro übernehmen. Das erklärte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, am Mittag in Berlin. Die Garantievereinbarung stehe unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch den Haushaltsausschuss.
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erklärte, mit dem Schritt sei ein Ausweiten der Finanzkrise auf Deutschland verhindert worden. Albig fügte hinzu, es gehe im Moment nur um HRE; es sei keine andere Realkreditbank betroffen. Eine Verstaatlichung der HRE werde nicht beabsichtigt.
Im Gegenzug zu den Liquiditätshilfen und Bürgschaften hat die Hypo Real Estate eigene Sicherheiten in Milliardenhöhe eingesetzt. "Die Hypo Real Estate hat die Kreditlinien mit der Hinterlegung von 42 Milliarden Euro an erstklassigen Forderungen, meist gegen Staatsschuldner besichert", teilte das Institut mit.
Sorgenkind Depfa: Die Struktur der Hypo Real Estate - wieder einmal nimmt die Krise in Irland ihren Anfang
Hintergrund: Die HRE-Tochter Depfa gilt als einer der weltweit führenden Finanzdienstleister für die öffentliche Hand. Die Bank, die 2002 aus der Teilung der Deutschen Pfandbriefbank hervorgegangen war, wurde erst im Oktober 2007 von der HRE übernommen. Der Kaufpreis von mehr als fünf Milliarden Euro machte die Transaktion seinerzeit zu einem der bisher größten M&A-Deals in Deutschland. Um den Kauf stemmen zu können, hatte die HRE eigens ihr Eigenkapital per Ausgabe neuer Aktien um die Hälfte auf rund 603 Millionen Euro erhöht.
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