23.08.2008
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Robert Mundell

"Europa hat es schlecht erwischt"

Von Karsten Stumm, Lindau

3. Teil: "Ein neues Weltwährungssystem"

Mundell: Die Europäische Zentralbank hätte schon beizeiten klar machen müssen, dass sie ab einer bestimmten, ökonomisch nachvollziehbaren Schwelle einschreiten wird und Spekulanten, die diese Schwelle attackieren wollen, auch bestraft.

EZB-Präsident Trichet:
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DDP

EZB-Präsident Trichet:

mm.de: Was bleibt Europas Notenbankern denn dann übrig außer zu intervenieren, wenn sie diese unglückseligen Dollarschwankungen zu Lasten Europas begrenzen wollen?

Mundell: Wenn es der Europäischen Zentralbank gelingen sollte, mit den Amerikanern ein Währungsabkommen zu schließen, wäre das für sie ein großer Erfolg. Etwa derart, dass Dollar und Euro nur in einer Spanne von etwa zehn Cent pendeln.

mm.de: Und diese Pendelzone wäre stabil, selbst wenn milliardenschwere Spekulanten die zu attackieren versuchten?

Mundell: Amerikas und Europas Zentralbanken zusammen hätten genug Kraft, um für die nötige Stabilität zu sorgen. Fällt der Dollar, kaufen die Europäer zur Stützung zu günstigen Preisen US-Dollar. Sinkt der Euro-Kurs, springen die Amerikaner ein. Das kann funktionieren.

mm.de: Euro und Dollar sind derzeit die beherrschenden Währungen in der Welt. Wie lange wird diese Art von Doppelmonarchie Bestand haben?

Mundell: Vielleicht gar nicht so lange. Ich rechne damit, dass es ab dem Jahr 2010 zu einer Art neuem Weltwährungsabkommen kommen könnte, einem neuen Bretton-Woods-Abkommen, wenn Sie so wollen. Und zwar aus drei Gründen, die den Amerikanern immer klarer werden: der Gefahr, dass der Euro dem Dollar den Status als Weltersatzwährung wenigstens zunehmend streitig macht; den unerfreulichen Nebenwirkungen schwankender Wechselkurse - auch wenn Amerika von denen bisher oftmals mehr profitierte als andere Staaten; und dem Aufstieg Chinas.

mm.de: Fürchtet Amerika China?

Mundell: Das nicht. Aber das Land hat heute schon mehr Dollar, zumeist in Anleihen, als überhaupt in Amerika in Umlauf sind. Und die Chinesen nutzen eine fremde, nationale Währung als eigene internationale. Das kann nicht gut gehen. Würden die Chinesen und, sagen wir, zwei weitere geeignete Staaten zusammen mit den USA und der Euro-Zone einen Pakt schließen, könnte ein neues Weltwährungssystem entstehen.

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