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25.08.2008
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Steuernummer

Big Fiskus is watching you

Von Hartmut Fischer

Bis Jahresende soll jeder Bürger in Deutschland eine Steueridentifikationsnummer erhalten. Ob Neugeborene oder Senioren – steuertechnisch wird dem Staat dann keiner mehr entgehen. Was die Abgeordneten bei den eigenen Einkünften vermeiden wollen, wird für die Bevölkerung wahr – wir kommen dem gläsernen Steuerzahler immer näher.

Eine Steuernummer gab es eigentlich schon immer. Nur konnte sich diese Nummer schnell ändern. So hat jedes Bundesland eigene Steuernummernsysteme, schon wenn ein anderes Finanzamt zuständig wurde, änderte sich die Nummer und auch eine andere Einkunftsart konnte zur neuen Nummer führen.

Alles im Blick: Der Staat möchte seine Steuerzahler gut kennen
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REUTERS

Alles im Blick: Der Staat möchte seine Steuerzahler gut kennen

Es war nicht ausgeschlossen, dass man mehrere Nummern besaß, die für verschiedene Anträge oder Leistungen galten. Denn die Nummern hatten die Aufgabe, den entsprechenden Vorgang zu kennzeichnen und so die Bearbeitung zu vereinfachen.

Nun erhält jeder Bürger eine elfstellige Steueridentifikationsnummer vom Bundeszentralamt für Steuern. Diese Nummer muss bei jedem Schriftwechsel mit dem Finanzamt angegeben werden.

Mit der Steueridentifikationsnummer werden zusätzlich folgende Daten gespeichert:

  • Wirtschafts-Identifikationsnummer
  • Familienname (mit Namensbestandteilen)
  • frühere Namen
  • Vornamen
  • Doktorgrad
  • Tag und Ort der Geburt
  • Geschlecht
  • gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift
  • Tag des Ein- und Auszugs
  • zuständige Finanzbehörden
  • Übermittlungssperren nach dem Melderechtsrahmengesetz und den Meldegesetzen der Länder
  • Sterbetag

Ab 2011 kommen noch weitere Information hinzu. Dann soll die derzeit gebräuchliche Lohnsteuerkarte abgeschafft werden. Dafür wird eine spezielle Datei beim Bundeszentralamt für Steuern entstehen.

Hier werden für jede Steueridentifikationsnummer auch die Steuerklasse, Religion, der Familienstand, die Zahl der Kinder und andere Daten der ehemaligen Steuerkarte abgespeichert. Die Daten werden vom Finanzamt an das Bundeszentralamt gemeldet. Die Arbeitgeber können dann hierauf zugreifen.

Die neue Steueridentifikationsnummer begleitet die Bürger buchstäblich von der Wiege bis zur Bahre. Auch Neugeborene bekommen bereits eine Nummer und sind so eindeutig erfasst. Umzüge, Namensänderungen, Arbeitsplatzwechsel – der Fiskus weiß immer, wer was wo unternimmt. Allerdings gilt die Nummer zunächst nur für die Einkommensteuer und soll auch nur im Bereich der Finanzverwaltung genutzt werden. Der Datenschutz verbietet jede andere Nutzung dieser Nummer. Dazu muss die Frage erlaubt sein, ob diese Regelung auf Dauer gelten wird. Tatsache bleibt, dass sich hinter den gespeicherten Daten ein komplettes Profil jedes Bürgers in diesem Land verbirgt.

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