Frankfurt am Main - Air-Berlin-Chef Joachim Hunold wollte aus dem Mallorca-Flieger ein weltumspannendes Unternehmen machen. Doch der explodierende Ölpreis durchkreuzte seine ehrgeizigen Pläne.
An die Langstreckenrouten hat Hunold schon die Axt angelegt. Doch das reicht nicht: Analysten prophezeien der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft bei steigenden Treibstoffpreisen eine düstere Zukunft. Öl, als Ausgangsprodukt für Kerosin, ist binnen eines Jahres doppelt so teuer geworden.
"Die Überlebenschancen von Air Berlin
haben sich in den vergangenen Wochen aufgrund der steigenden Ölpreise weiter reduziert", sagt LBBW-Analyst Per-Ola Hellgren. Das Unternehmen habe auf aggressives Wachstum gesetzt und sei damit ein hohes Risiko eingegangen zu scheitern. "Air Berlin ist keinesfalls über den Berg", ergänzt BNP Paribas-Analyst Geoff van Klaveren.
Kerosinpreise belasten gesamte Branche
Firmensprecher Peter Hauptvogel betont, der hohe Ölpreis mache nicht nur Air Berlin zu schaffen, sondern auch vielen Konkurrenten. "Wenn der Ölpreis weiter steigt, wird es für die gesamte Branche kritisch."
Die Treibstoffkosten treffen Air Berlin nach Meinung der Experten aber härter. Sie könne höhere Kosten nicht so leicht an die Kunden weitergeben, ohne zu riskieren, dass die Kundschaft abwandere. Die Lufthansa etwa richte sich traditionell an zahlungskräftigere Fluggäste, die weniger empfindlich auf Preiserhöhungen reagieren.
Die schwache Kapitalausstattung bringt den Air-Berlin-Chef zusätzlich in Zugzwang. Analysten gehen für das laufende Jahr von einem Nettoverlust von 34 Millionen Euro aus. Hunold selbst stellt nur ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Aussicht. Für 2009 rechnen die Experten sogar mit einem Nettoverlust von knapp 65 Millionen Euro.
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