Von Kai Lange
Zu groß, um sie sterben zu lassen
Fannie und Freddie, die beiden Riesen, sind seit der Jahrtausendwende nicht nur durch Falschbilanzierungen aufgefallen. Sie müssen sich zudem laufend über neue Anleihen am Kapitalmarkt refinanzieren. Dies wird für beide immer schwieriger: Reiche Staatsfonds aus den Schwellenländern haben sich bereits bei der Refinanzierung großer US-Banken wie der Citigroup
die Finger verbrannt und dürften nun erst einmal die Taschen geschlossen halten.
Wenn aber niemand mehr den beiden Hypothekenfinanzierern vertraut und ihnen niemand mehr Geld geben will, bleibt der US-Regierung nichts anderes übrig, als die beiden Institute wieder zu verstaatlichen.
Denn die Mischwesen Fannie und Freddie sind zu groß geworden, um sie einfach sterben zu lassen.
US-Regierung und Notenbank haben die Kontrolle über die jahrelang gehegten Zwitter verloren. Seit dem Frühjahr hat die US-Aufsicht die Vorschriften für die beiden Häuser immer weiter gelockert - bislang ohne Erfolg. Sie gelten als "tragende Säulen" des Immobilienmarkts, doch das Material, das sie angemischt haben, ist nicht tragfähig.
Stürzen die beiden, würde der US-Immobilienbank endgültig kollabieren. Sie müssen also gerettet werden, um jeden Preis, den notfalls der Steuerzahler bezahlen muss. Einer Studie von Lehman Brothers zufolge benötigen Fannie und Freddie rund 75 Milliarden Dollar frisches Kapital. Wie übersichtlich und leicht zu handhaben war doch die Krise von Bear Stearns.
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