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manager magazin



14.07.2008
 

Finanzkrise

Wenn Fannie und Freddie wanken

Von Kai Lange

Der Hilfsplan der US-Regierung bedeutet noch nicht die Rettung für die halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Beide sind riesige Mischwesen, die noch in der Krise neue Risiken auftürmten. Nun stehen Billionen Dollar auf dem Spiel.

Hamburg - Bear Stearns war nur ein müder Aufgalopp. Als die US-Notenbank Mitte März die taumelnde Investmentbank durch einen Notverkauf an den Konkurrenten JP Morgan Chase vor der Pleite rettete, atmeten viele Investoren auf. Nach einer solch spektakulären Rettungsaktion, so lautete die von vielen Bankvorständen geschürte Hoffnung, müsste die Kreditkrise doch halbwegs überstanden sein.

Fannie und Freddie: Die beiden "Zwillinge" wurden vom Staat geschaffen und in Boomzeiten an die Börse gebracht. Nun rächt sich die Doppelstrategie
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Getty Images

Fannie und Freddie: Die beiden "Zwillinge" wurden vom Staat geschaffen und in Boomzeiten an die Börse gebracht. Nun rächt sich die Doppelstrategie

Weit gefehlt. Vier Monate später geht es nicht mehr um irgendeine Investmentbank mit knapp 400 Milliarden Dollar in den Büchern. Diesmal geht es um die beiden weltgrößten Immobilienfinanzierer, die gemeinsam Hypotheken im Wert von 5,3 Billionen Dollar angehäuft haben. Das ist rund die Hälfte aller ausstehenden Hypotheken in den USA und entspricht rund einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts.

Fannie Mae und Freddie Mac Chart zeigen sind das Herz und die Seele des US-Hypothekenmarkts. Fallen sie, kollabiert der Markt. Diesmal geht es also richtig zur Sache, und diesmal wird es deutlich teurer.

Rettungsplan in höchster Not

Verständlich, dass US-Regierung und US-Notenbank sogleich in höchster Not einen Rettungsplan ausgerufen haben. Die beiden Hypothekenbanken sollen bei Bedarf Geld direkt von der US-Zentralbank bekommen - zu günstigen Zinsen von 2,2 Prozent. Zusätzlich will Finanzminister Henry Paulson den Kreditrahmen der beiden Institute von derzeit 2,25 Milliarden Dollar erhöhen sowie im Notfall Anteile an den beiden Instituten kaufen, um den wankenden Riesen in der aktuellen "Stressphase" beizustehen.

Dies verschafft Investoren eine Atempause. Doch eine Rettung ist das noch lange nicht: Das sehen offenbar auch die Investoren an der Wall Street so. Die Aktie von Fannie Mae, die am Montag bei 12,80 US-Dollar an der Wall Street gestartet war, gab im Handelsverlauf ihre Gewinne wieder ab, Dow Jones Chart zeigen und Nasdaq Composite Chart zeigen schlossen im Minus. Die dunklen Wolken sind nicht vertrieben.

Grund für die Schieflage von Fannie Mae und Freddie Mac Chart zeigen ist nicht nur der Absturz der US-Immobilienpreise, sondern vor allem die Zwitternatur der beiden halbstaatlichen Institute.

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