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manager magazin



09.07.2008
 

Staatsfonds

Deutsche Immobilien im Visier

Von Arne Gottschalck

Staatsfonds sind in Deutschland als gefräßige Investmentkraken gefürchtet. Nun entwickeln sie Appetit auf deutsche Gewerbeimmobilien - vielleicht sogar auf Wohngebäude. Was das bedeutet, erklärt Thomas Beyerle, Direktor bei der Fondsgesellschaft Degi.

mm.de: Wie stark prägen volatile Aktienmärkte die Nachfrage nach Immobilien?

Auf der Jagd: Staatsfonds suchen stets nach guten Investitionsmöglichkeiten
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REUTERS

Auf der Jagd: Staatsfonds suchen stets nach guten Investitionsmöglichkeiten

Beyerle: Es gibt eine hohe Korrelation zwischen Aktienentwicklung und Immobilieninvestitionen - außer vielleicht in Deutschland, wo es keine internatonal vergleichbare Aktienkultur gibt.

Hier ist man bereits stark in Real Estate investiert. Fondsmanager außerhalb von reinen Immobilieninvestoren nutzen Immobilien gerne als "Puffer im Wertpapierdepot".

mm.de: Staatsfonds investieren meist in Aktien. Sind Immobilien in deren Portfolios eigentlich unterrepräsentiert?

Beyerle: Grundsätzlich ja, wenngleich es immer auf die individuelle Strategie der Gesellschaften und rechtliche Belange ankommt - eine Quote von 10 bis 15 Prozent sollte es als Mindestwert meines Erachtens schon sein.

mm.de: Wird sich das ändern?

Beyerle: Ich gehe davon aus, das sich das Thema Real Estate als "natürliche Entwicklung" im weiteren Zeitverlauf der Fonds einstellen wird. Gerade wenn diese ausschließlich in Aktien oder Rentenwerten bisher investiert waren. Hinzu kommen kurzfristige Effekte wie zum Beispiel Reaktion auf Subprime, aber auch langfristige wie ein Volatilitätsausgleich der jeweiligen Fondsmanager.

mm.de: Besteht dann nicht die Gefahr, dass Pensionsfonds, Staatsfonds und ähnliche Vehikel die Preise in bestimmten Regionen und Nutzungsarten nach oben treiben und eine Blasenbildung fördern? Und welche Räume wären das - die üblichen Verdächtigen wie London oder New York?

Beyerle: Das glaube ich nicht, denn die Geschichte lehrt, dass der bloße Besitz von Investitionskapital keinen automatischen Marktzugang bedeutet. Nehmen Sie die Japaner Ende der 80er Jahre in den USA und Europa. Oder die Schweden zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland. Vor allem, wenn Immobilien nicht Hauptinvestitionszweck darstellen.

Gleichwohl wird es zu Beginn analog der Private-Equity-Erfahrung seit 2004 zum einen eine gewisse Dynamik am Markt auslösen, bei der parallel das Preisniveau irrational steigen könnte. Diese Bewegung wird aber auch eine Gegenreaktion der bisherigen Marktteilnehmer auslösen.

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