Von Arne Gottschalck
Der konjunkturelle Messias
Auch nach Schumpeters Fortinterpretation blieb Kondratjew im Gespräch. 1978 hatte zum Beispiel Johann Millendorfer über die K-Zyklen nachgedacht und versuchte Kondratjews Modell soziopsychologisch zu untermauern. Ihm zufolge startet der Zyklus mit der Unzufriedenheit einer Generation über die von der Vorgängergeneration geschaffenen Rahmenbedingungen.
Heute wird darüber diskutiert, worin der sechste K liegen könnte - und wann er startet. Keine leichte Aufgabe. Denn die Basisinnovationen sind oftmals bereits vorhanden, treten aber erst durch bestimmte Umstände nach vorne. Die K-Frage geht weit über eine rein akademische Diskussion hinaus. Denn der Beginn eines Zyklus markiert regelmäßig einen Aufschwung. Und ein neuer Zyklus wäre in Zeiten wie diesen, wo Amerika zumindest am Rande einer Rezession steht, keine schlechte Nachricht. Das gilt auch für Anleger. Wer sein Geld frühzeitig in die Produzenten einer Basisinnovation steckt, dürfte ausgesorgt haben. Beispiel Microsoft und die Aktien des Hauses.
Wer am 13. März 1986 auch nur eine Microsoft-Aktie für seinerzeit 28 Dollar kaufte und sie bis 1999 behalten hätte, besäße nach den verschiedenen Aktiensplits Ende 1999 rund 14.000 Dollar. Kein Wunder also, wenn die Diskussionen um Kondratjew andauern. Und ebenso das Warten auf den neuen Kondratjew. Die K-Frage eben.
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