Düsseldorf - Der Verkauf der krisengeschüttelten Mittelstandsbank IKB
geht weiterhin planmäßig voran. Noch in diesem Monat würden mit neun Bietern Management- und Expertengespräche geführt, teilte die Bank am Dienstag mit. Inzwischen liege eine Reihe von "interessanten und gehärteten Angeboten" vor. Die Zahl der Bieter will die IKB weiter reduzieren und dann in eine entscheidende Verhandlungsrunde gehen - einschließlich einer Prüfung der Bücher (Due Diligence)
Die auf Mittelstandsförderung spezialisierte IKB war durch Fehlspekulationen mit riskanten US-Immobilienkrediten in Bedrängnis geraten. Der Bund, die staatliche KfW und die Bankenszene hatten daraufhin Rettungspakete geschnürt. Die KfW will ihre Anteile über 45,5 Prozent veräußern. Zum Verkauf stehen auch 10,7 Prozent von der Stiftung Industrieforschung.
Medienberichten zufolge sollen unter anderem die Finanzinvestoren Ripplewood und Lone Star sowie die schwedische Bank SEB
an der IKB interessiert sein. Der Investor J. C. Flowers und die Privatbank Sal. Oppenheim sollen sich bereits aus dem Bieterprozess zurückgezogen haben.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2007/08 summierte sich der Fehlbetrag den Angaben nach auf knapp eine Milliarde Euro, obwohl der Bankenpool Risiken in Höhe von 2,2 Milliarden Euro übernommen hatte. Insgesamt pumpten die KfW, der Bund und andere Banken 8,5 Milliarden Euro an Hilfen in das Institut.
Das dritte Quartal von Oktober bis Dezember hat die Bank laut eigener Aussage mit einem Ergebnis nach Steuern von zehn Millionen Euro ausgeglichen abgeschlossen. Grund war vor allem ein Bilanzeffekt, wie das Institut am Dienstag erklärte. Wegen der Probleme der IKB hätten einige Verbindlichkeiten an Wert verloren, was in dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 zu Buchgewinnen führte. Das habe weitere Abschreibungen auf riskante Wertpapierportfolios kompensiert. Operativ stand ein Gewinn von 32 Millionen Euro in den Büchern.
Für das gesamte Geschäftsjahr geht die IKB weiterhin von einem Verlust von 200 Millionen Euro aus. Es sei nicht auszuschließen, dass die Finanzkrise zu weiteren Wertberichtigungen und damit zu Ergebnisbelastungen führen werde, teilte die IKB mit. "Die weitere Entwicklung der Bank hängt davon ab, dass sich die Bank adäquat refinanzieren kann." Zentrale Voraussetzung dafür sei neben der Billigung der Hilfen durch die EU auch die Umsetzung der Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Hier droht eine Verzögerung, da mehrere Aktionäre gegen den Beschluss der Hauptversammlung klagen. Sechs Klagen seien ihr bekannt, erklärte die Bank. Sie seien aber unbegründet. Nach derzeitiger Einschätzung hätten sie auch keinen Einfluss auf die Kapitalerhöhung, von der die KfW den Löwenanteil trägt. Vor Eröffnung der Börse gaben die IKB-Aktien gut 4 Prozent nach.
manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters
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