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manager magazin



05.05.2008
 

Lieferprobleme

Ölpreis steigt über 120 Dollar

Die Ölhändler an der New Yorker Terminbörse haben abermals einen Rekord verzeichnet. Erstmals kostet ein Fass Öl mehr als 120 Dollar. Als Grund für den jüngsten Anstieg werden Sorgen um Lieferschwierigkeiten der Hersteller genannt.

Frankfurt am Main - Lieferschwierigkeiten bei Öl aus Nigeria sowie die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen haben den Ölpreis am Montag nach oben getrieben. Ein Fass (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni verteuerte sich in New York zeitweise auf bis zu 120,25 Dollar. Damit lag der Preis erstmals über der 120-Dollar-Marke. Die Nordseesorte Brent Chart zeigen kostete in der Spitze 118,50 Dollar.

In Nigeria stellten Angriffe auf Öleinrichtungen von Royal Dutch Shell erneut die Zuverlässigkeit der Lieferungen aus dem wichtigsten afrikanischen Exportland infrage. Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg verwies außerdem darauf, dass in Bolivien vier weitere Energieunternehmen verstaatlicht worden sind. "Aus unserer Sicht werden die kurzsichtigen Entscheidungen über Enteignungen der ausländischen Investoren und der weltweit zunehmende Rohstoff-Nationalismus langfristig zum Aufwärtstrend der Rohstoffpreise beitragen", schrieb Weinberg in einem Marktkommentar.

Ölraffinerie im Irak: Investoren sorgen sich vor Angriffen kurdischer Rebellen
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DPA

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Zudem sorgten besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten dafür, dass sich die Sorgen der Investoren vor einer US-Rezession und einer damit verbundenen schwächeren Öl-Nachfrage legten.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Freitag 106,99 Dollar. Das war ein Dollar mehr als am Donnerstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf der Basis von 13 Sorten der Organisation.

Die Spritpreise in Deutschland blieben unterdessen weiter hoch. Super kostete im April an den Marken-Tankstellen durchschnittlich 1,43 Euro pro Liter. Das waren 1,5 Cent mehr als im Vormonat, wie der Mineralölwirtschaftsverband am Montag in Hamburg mitteilte. Für Diesel mussten die Verbraucher an den Zapfsäulen im Schnitt 1,35 Euro pro Liter bezahlen - das waren 1,8 Cent mehr als im März. Tanken war im April laut ADAC und Automobilclub so teuer wie noch nie.

Noch stärker als die Verkaufspreise sind im April nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands die Einkaufskosten am Rotterdamer Markt gestiegen. Dort legten die Preise für Eurosuper um 3,4 Cent auf 45,8 Cent pro Liter zu, die für Dieselkraftstoff um 2,6 Cent auf 57,3 Cent pro Liter. Wegen des harten Wettbewerbs unter den Tankstellen seien die Kosten nicht voll an die Verbraucher weiter gegeben worden, hieß es. Der Steueranteil am Benzinpreis aus Mineralöl- und Mehrwertsteuer betrug im April 62 Prozent.

Auch der Goldpreis Chart zeigen legte zu Wochenbeginn zu. Seit dem Rekordhoch von Mitte März bei mehr als 1000 Dollar je Feinunze hatte sich das Edelmetall um gut 130 Dollar verbilligt. Händlern zufolge steigen nun einige spekulativ orientierte Anleger wieder ein. Wegen des Feiertags in Großbritannien wurden die meisten Geschäfte in Zürich abgewickelt.

Der wichtigste Verwendungszweck von Gold ist die Verarbeitung zu Schmuck. Ungefähr zwei Drittel der jährlichen Nachfrage gehen auf die Hersteller von Ringen, Halsketten und ähnlichem zurück. Der Bedarf der Juweliere unterscheidet sich einer Studie der LBBW zufolge erheblich je nach Region. Während im Nahen Osten die Schmuckindustrie boomt, sinkt der Bedarf in den USA deutlich. Mit Abstand wichtigstes Schmuckland ist Indien.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa-afx

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