Mittwoch, 8. Februar 2012, 06:27 Uhr

manager magazin



23.01.2008
 

Marktkommentar

"Nerven bewahren"

Von Thomas Grüner

Die Kurse haben seit Jahresanfang auf breiter Front nachgegeben. Was bleibt - schnelle Flucht oder der Wiedereinstieg? Die Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache.

Es schien kein Halten mehr zu geben. An der Börse haben viele der weltweit führenden Aktienindizes seit Jahresbegin auf breiter Front mehr als 20 Prozent ihres Wertes verloren. Die formale Grenze zum Bärenmarkt, einer Zeit sinkender Kurse, ist damit in vielen Aktienindizes überschritten - zumindest der Börsentheorie nach. Doch ist das wirklich ein gutes und verlässliches Verkaufssignal?

  Thomas Grüne r ist Chef des Investmenthauses Grüner Fisher
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Thomas Grüner ist Chef des Investmenthauses Grüner Fisher

Genau das glauben wir in diesem Fall nicht. Im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass dieser Crash unmittelbar vor seinem Ende steht und würden deshalb gegen den vermeintlichen Trend eher Aktien kaufen als welche zu verkaufen.

Das mag auf den ersten Blick überraschen. Doch an der Börse muss man sich nicht anders verhalten als beim Einkaufen: Im gerade begonnenen Winterschlussverkauf stürmen die Menschen ja auch sinnvoller Weise die Kaufhäuser, weil die Preise zu diesem Zeitpunkt fallen. Doch an der Börse ist es derzeit genau andersherum. Von dort rennen alle weg - wegen der fallenden Kurse. Vernünftig ist das nicht.

Es gibt noch mehr Gründe, jetzt zu kaufen. Erinnern Sie sich beispielsweise an die Börsenkrise 1997? Es sieht derzeit so aus, als ob der aktuelle Crash genau so verläuft, wie die zweite Abwärtswelle in jenem Oktober vor knapp zehn Jahren.

Damals wurde die Korrektur mit einem furiosen Finale beendet, das 2007 noch fehlte, aber nun anscheinend mit dreimonatiger Verspätung nachgeholt wird. In den dann folgenden Monaten aber legten die Aktienindizes bis in den Sommer 1998 kräftig zu - nicht zuletzt, weil die Notenbanken die Leitzinsen deutlich senkten. So, wie es am Dienstag auch die amerikanischen Zentralbanker taten.

Mehr noch: Auch damals fielen die langfristigen Zinsen stark, wie es derzeit zu beobachten ist. Damit verschob sich Verhältnis in den Bewertungen zwischen Aktien- und Rentenmärkten deutlich zu Gunsten der Aktienmärkte. Genau, wie jetzt wieder.

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