Hamburg - Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) droht in den kommenden zehn Jahren eine Verdreifachung des Benzinpreises. "Sollte sich der Ölpreis verdoppeln - was nicht unwahrscheinlich ist - und der Dollarkurs normalisieren, würde der Liter Super vier Euro kosten", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der "Bild"-Zeitung. In diesem Szenario steigt der Ölpreis bis 2018 auf 200 Dollar pro Barrel, der Wechselkurs des Dollar sinkt auf 1,20 bis 1,23 Euro.
Auch für die Mieter von Wohnungen und Häusern hätte ein solcher Anstieg gravierende Kosten. Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbunds ist in diesem Fall mit einem Anstieg der Heiz- und Warmwasserkosten sowohl bei Öl- als auch bei Gasheizungen um 75 bis 80 Prozent zu rechnen, schreibt die Zeitung weiter.
Angesichts des Anstiegs der Ölpreise sprach sich Bundeswirtschaftsminister Michael Glos für eine neue Debatte über den Atomausstieg aus. Deutschland müsse seinen "Energiemix möglichst breit anlegen", sagte Glos der "Frankfurter Rundschau". "Dazu gehören für mich die erneuerbaren Energien, aber auch die Kernenergie, die uns beide weniger abhängig von teuren Energieimporten machen", betonte der CSU-Politiker. Angesichts der hohen Ölpreise sei es richtig, sich "weitere Gedanken über unseren Umgang mit Energie zu machen".
Konjunkturexperten sehen keinen Grund zur Panik
Trotz des aktuellen Rekordhochs des Rohölpreises sieht Michael Bräuninger, Konjunkturexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftinstituts (HWWI), für 2008 wieder sinkende Ölpreise. "Wenn es sich die politische Situation in den Erdölförderregionen zum Beispiel in Nigeria schnell wieder entspannt und der Winter hier in Europa mild bleibt, können wir bereits kurzfristig wieder einen deutlichen Rückgang des Ölpreises erleben", sagte Bräuninger der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe). Er erwartet, "dass der Ölpreis im Jahresdurchschnitt bei circa 80 Dollar liegen wird."
Allerdings geht der Konjunkturexperte davon aus, dass sich der aktuell gestiegene Rohölpreis in relativ kurzer Zeit auf die Spritpreise auswirkt: "Literpreise von mehr als 1,50 Euro dürften dann an der Tagesordnung sein."
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