Von Frank Bulthaupt
Euro-Raum robust - Keine Zinsschritte der EZB
Demgegenüber präsentiert sich die Entwicklung im Euro-Raum, insbesondere in Deutschland, als vergleichsweise robust. Die Arbeitsmärkte befinden sich in einer guten Verfassung und stützen über eine verbesserte Einkommenssituation auch 2008 den privaten Konsum.
Überdies sind die deutschen Haushalte in der Lage, durch eine Normalisierung der zuletzt angestiegenen Sparquote die Nachfrage zu festigen (Sparquote Deutschland: 10,9 Prozent, USA: 0,5 Prozent). Die Investitionstätigkeit bleibt infolge des Auslaufens steuerlicher Anreize zunächst rückläufig, sollte aber in der zweiten Jahreshälfte angesichts der hohen Kapazitätsauslastung zulegen.
Das Wirtschaftswachstum Deutschlands für 2008 wird in diesem Umfeld weniger schwungvoll als 2007 verlaufen. Angesichts des Ölpreisanstiegs (in Euro) und der Belastungen im Außenhandel dürfte das Wirtschaftswachstum nur noch bei 2 Prozent liegen.
Für die EZB besteht 2008 kein Anlass zu Zinsänderungen. Im Umfeld einer gestiegenen Kerninflationsrate, zunehmenden Inflationsunsicherheiten sowie erhöhten Inflationserwartungen wären Zinssenkungen das falsche Signal an die Märkte.
Welche Konsequenzen sind für den Greenback zu erwarten? Gegenwärtig ist eine faire Bewertung bei 1,40 Dollar pro Euro zu veranschlagen. Im Umfeld einer fragilen konjunkturellen Entwicklung in den USA und einer vergleichsweisen robusten wirtschaftlichen Verfassung des Euro-Raums wird der Dollar 2008 unter Druck geraten. Zusätzlich geht ein nachlassendes Engagement der Notenbanken Chinas und anderer Schwellenländer in US-Staatsanleihen zulasten des Dollar-Wechselkurses.
Das wohl abnehmende US-Leistungsbilanzdefizit wird insofern den Kurs des Greenback nicht sichtbar entlasten. Bei negativen US-Konjunkturnachrichten und einem Zinsvorteil des Euro-Raums werden die Devisenmärkte wieder die letzten Höchststände von 1,50 Dollar pro Euro testen.
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