Von Frank Bulthaupt
Die Verwerfungen am US-Immobilienmarkt spielen eine zentrale Rolle für den wirtschaftlichen Ausblick 2008. Das Ausmaß der Krise wurde bisher mehrfach unterschätzt. Negative Überraschungen wirkten wiederholt auf die Finanzmärkte ein und drückten die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Finanzdienstleister in den einstelligen Bereich. Demgegenüber wurden in der Realwirtschaft kaum Bremsspuren sichtbar. Allerdings stehen hier die Belastungen noch bevor.
Frank Bulthaupt, Professor für Kapitalmärkte und Volkswirtschaftslehre an der Sparkassen-Hochschule in Bonn, schreibt regelmäßig für manager-magazin.de
Vor diesem Hintergrund sind in den kommenden vier Quartalen spürbare Belastungen für den privaten Konsum vorgezeichnet. Hinzu kommt der mittlerweile stark gestiegene Ölpreis, dessen gesamtwirtschaftliche Wirkung verzögert eintreten wird und über das gesamte Jahr 2008 die konjunkturelle Dynamik belastet. Die daraus resultierenden Wachstumsverluste sind auf einen halben Prozentpunkt zu kalkulieren.
Überdies spricht vieles für eine nachlassende Investitionstätigkeit: Neben der Talfahrt im Wohnungsbau werden verschlechterte Finanzierungsbedingungen die Unternehmensgewinne dämpfen und Investitionsentscheidungen beeinträchtigen.
Insgesamt ist für 2008 bei einer geringen gesamtwirtschaftlichen Dynamik, die allenfalls von den Exporten gestützt wird, von einem realen US-BIP-Wachstum von 1,5 Prozent auszugehen. Diese Entwicklung dürfte von Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve bis auf 3,5 Prozent begleitet sein.
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH