Von Arvid Kaiser
"Was ist eigentlich in Deutschland los?"
"Die Schweizer und Angelsachsen haben vorgemacht, in welchem Maße Abschreibungsbedarf herrscht", sagt Alexander Pockrandt. "Die Frage ist schon erlaubt: Was ist eigentlich in Deutschland los? Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken sind sehr zurückhaltend mit Informationen." Nach jetzigem Stand wären IKB und SachsenLB, zwei Banken aus der dritten Reihe, die einzigen Dummen. Entweder haben die anderen Institute kaum in riskante ABS und CDO investiert, oder sie warten die Jahresabschlüsse ab.
Die Deutsche Bank
hat, neben Goldman Sachs
, eine Sonderrolle: Diese Banken waren anscheinend schlauer als andere. Besonders Goldman hat früh die Gefahr im US-Immobilienmarkt wahrgenommen und auf den Ausfall von Subprime-Hypotheken gewettet. Beide Banken konnten vor einem Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments fröhlich
verkünden, für sie seien die Subprime-Investments der vergangenen Jahre unterm Strich ein Gewinn.
Dafür müssen diese Erfolgreichen sich Vorwürfe, auch von amerikanischen Staatsanwälten, anhören: Während sie selbst das Risiko erkannten und scheuten, hätten sie schlechter Informierten fröhlich weiter neue Kreditpakete mit hohem Ausfallrisiko angedreht. Von den 28,6 Milliarden Dollar an Subprime-Kreditpaketen, die 2006 von der Deutschen Bank emittiert wurden, sind nach Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg fast ein Viertel Not leidend - mehr als bei jeder anderen Großbank. Den Schaden tragen die Investoren.
Zum Beispiel die IKB
So cool kann sich aus der Affäre ziehen, wer den Erfolg auf seiner Seite hat. Ackermann teilte im September sogar zur großen Kollegenschelte aus. In manchen Banken stehe das Risiko in keinem Verhältnis zum Eigenkapital, ein "Versäumnis des Managements dieser Häuser" sei das. Die Analysten fanden einhellig, wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, könne selbst nichts zu verbergen haben.
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH