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14.12.2007
 

Dax-Geflüster

Das Hütchenspiel der Banken

Von Arvid Kaiser

2. Teil: Transparenz oder Prinzip Hoffnung?

Transparenz oder Prinzip Hoffnung?

"Das Problem der ABS- und CDO-Krise liegt darin, dass alles mit allem zusammenhängt", sagt Alexander Pockrandt, Vorstand der Frankfurter Firma Valueprice, die solche illiquiden strukturierten Kreditprodukte bewertet. "Wenn jemand in den USA seine Hypothek nicht mehr bezahlen kann, stellt sich automatisch die Frage, wie lange er noch seinen Konsumentenkredit, seine Auto- oder Kreditkartenschulden bedient." Noch sind diese Dominosteine nicht gefallen, doch der Markt für die verbrieften Forderungen ist längst nahezu zusammengebrochen. Je länger die Krise dauert, desto mehr müssen die Banken abschreiben.

Große Sprünge: Der Dax ist wieder nah an Rekordniveau - Bankaktien aber nicht
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Große Sprünge: Der Dax ist wieder nah an Rekordniveau - Bankaktien aber nicht

"Ob beziehungsweise wann eine Liquidität auf Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, kann derzeit noch nicht abgesehen werden", befindet das Institut der Wirtschaftsprüfer, das jetzt ein Positionspapier zur Bewertung der Kreditpakete herausgegeben hat. In den Bilanzen sollen "auch psychologische Überzeichnungen im Markt oder eine relative Illiquidität wertmindernd" eingerechnet werden, heißt die klare Ansage.

Es muss also ein Marktwert gefunden werden, auch wenn es kaum einen Markt gibt. Das ist die schwierige Aufgabe, der sich Pockrandt und Kollegen verschrieben haben. Vorgeschrieben ist die Bewertung nach dem "Fair Value" allerdings nur in den internationalen Bilanzregeln IFRS. Das deutsche Handelsgesetzbuch, nach dem noch die Mehrzahl der (nicht börsennotierten) deutschen Banken bilanziert, lässt mehr Spielraum.

Pflicht oder nicht, eine "Entwicklung in Richtung Transparenz" hat Pockrandt im Valueprice-Kundenkreis beobachtet. Allerdings gibt es auch bei den Banken, die nach IFRS bilanzieren, keine Garantie, dass alles offengelegt wird. Schließlich ist ein Großteil der Kreditpakete in speziellen Zweckgesellschaften (Conduits) untergebracht. Solange die nicht in Geldnot geraten und von der Mutterbank unterstützt werden müssen, hat das keine Folgen für die Bilanz.

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Letztlich ist es eine Frage der Strategie: Manche Banken mögen sich entschließen, radikal möglicherweise faule Kredite aus den Büchern zu nehmen. Sie hoffen, für die Ehrlichkeit vom Markt belohnt zu werden und später vielleicht noch stille Reserven heben zu können, wenn der Kreditmarkt wieder in Schwung kommt und die schon abgeschriebenen Produkte doch wieder einen Wert haben. Die größte US-Bank Citigroup Chart zeigen hat bisher nicht nur mit 13 Milliarden Dollar die größten Abschreibungen hingenommen, sondern sich auch entschlossen, sieben Conduits mit einem Volumen von 49 Milliarden Dollar in die eigenen Bücher zu nehmen.

Andere setzen auf das Prinzip Hoffnung, dass sie keine Abschreibungen riskieren müssen, weil sich der Markt schnell erholt. Je weniger schlechte Nachrichten es gibt, desto größer die Chancen, dass die Banken untereinander wieder Vertrauen fassen - so das Kalkül. Welche Bank welche Strategie verfolgt, ist von außen nicht zu beurteilen. Es gibt nur Indizien.

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