10.12.2007
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Kreditkrise

UBS erhält Hilfe aus Singapur

2. Teil: Kernkapital wächst

Kernkapital wächst

Nach Umsetzung der drei Maßnahmen werde sich das Kernkapital (Tier 1) nach Definition der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) um rund 19,4 Milliarden Franken erhöhen. Unter Berücksichtigung des erwarteten Verlusts im vierten Quartal soll die BIZ-Kernkapitalquote über 12 Prozent liegen, verglichen mit 10,6 Prozent am 30. September 2007.

Mit der Hilfe der Investoren kann die Bank ihre Eigenkapitalbasis schützen, was besonders im Hinblick auf das Vermögensverwaltungsgeschäft von großer Bedeutung ist. Reiche vertrauen ihr Geld nur Banken mit einer guten Eigenkapitalausstattung an. Und bisher hat das Vermögensverwaltungsgeschäft unter dem Subprime-Debakel nicht gelitten. UBS teilte mit, die Zuflüsse im Global Wealth Management & Business Banking hätten sich im Oktober und im November auf 30 Milliarden Franken belaufen.

Die bisherigen Aktionäre der UBS spüren aber die ersten Folgen des Subprime-Abenteuers. Die Kapitalerhöhung verwässert den Wert der bestehenden Aktien. Auch der Verzicht auf die Bardividende dürfte die Stimmung verderben.

"Maximum an Transparenz"

UBS-CEO Marcel Rohner sagte, die Bedingungen am US-Hypothekenmarkt hätten sich zunehmend verschlechtert. "Wir haben deshalb unsere Verlustannahmen einem Niveau angepasst, das der derzeitigen angespannten Situation am Markt für hypothekarisch gesicherte Wertpapiere entspricht", sagte der Manager. Der effektive Wert der Subprime-Bestände lasse sich noch immer nicht genau beziffern. Die Abschreibungen brächten "ein Maximum an Transparenz" und minimierten "das Potenzial für Spekulationen über notwendige weitere Bewertungskorrekturen bei UBS", sagte Rohner.

Rohner, der zugleich Chef der Investmentbank-Sparte ist, kündigte eine Verkleinerung des Geschäftsfeldes und bessere Risikoprüfung an. 1500 Jobs sollen gestrichen werden. Er betonte jedoch: "Unser integriertes Geschäftsmodell funktioniert." Die UBS gilt als größter Vermögensverwalter der Welt und ist stark im Wertschriftengeschäft engagiert. Diese zwei Kernbereiche sind sehr profitabel und erwirtschaften nach Rohners Angaben "Gewinne nahe dem Rekordniveau".

Aktien von UBS drehten am Montag nach einem schwachen Start ins Plus und gewannen zuletzt 1,57 Prozent auf 58,10 Schweizer Franken. Das Tagestief hatte bei 55,25 Franken gelegen. Die Abschreibungen seien nicht so schlimm, wie es auf dem ersten Blick aussah, sagte ein Händler. Die Bank habe jetzt komplett reinen Tisch gemacht und damit ein Zeichen gesetzt.

manager-magazin.de mit Material von ap, dow jones, reuters und dpa-afx

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