Tokio/London/Frankfurt am Main - Der Ölpreis hat seinen Höhenflug zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt. Ein 159-Liter-Fass der Sorte Light Sweet Crude kostete im asiatischen Handel zeitweise 93,20 Dollar und somit erstmals mehr als 93 Dollar. Kaum anders das Bild für die Ölsorte Brent: Der Rohstoff aus der Nordsee erreichte am Montagmorgen ebenfalls ein Allzeithoch. Ein Barrel (159 Liter) Brent war zeitweise für 90 Dollar zu haben. Den Erzeugerländern brachte ein Fass Opec-Rohöl am Freitag immerhin 84,80 Dollar - auch das ein Rekord.
Analysten zufolge sind die niedrigen weltweiten Ölreserven und die unsichere Lage in einigen Ölförderregionen des Nahen Ostens für den Preisanstieg verantwortlich. Zudem könnte der aufziehende Tropensturm Noel durchaus Schäden an Ölförderplattformen vor der amerikanischen Küste sorgen. Die Ölförderung würde in diesem Fall sinken.
Der hohe Ölpreis sorgt in Europa bereits für spürbaren Preisauftrieb. Steigende Energiekosten schlagen auf die Inflationsrate in Euroland durch und stellen die Europäische Zentralbank vor ein Problem: Zur Inflationsbekämpfung müsste sie eventuell die Leitzinsen hierzulande anheben, aus Sorge um den wirtschaftliche Aufschwung in Europa möchten die Banker das lieber vermeiden.
Der Europäischen Zentralbank kommt in dieser Zwickmühle allerdings ein wenig der hohe Eurokurs zur Hilfe. Da Öl großteils in Dollar bezahlt werden muss und die Gemeinschaftswährung mehr und mehr an Wert gegenüber dem Dollar gewinnt, hält sich die Ölrechnung Europas noch in Grenzen.
Erst heute hat der Euro
ein Allzeithoch erreicht. Eine Euro-Münze kostete am Morgen bis zu 1,4438 Dollar und damit erstmals mehr als 1,44 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4391 (Freitag: 1,4384) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6949 (0,6952) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,69895 (0,70100) britische Pfund
, 165,17 (164,50) japanische Yen
und auf 1,6776 (1,6732) Schweizer Franken
fest.
Amerikas Währung bleibt somit weiterhin unter Druck, Analysten rechnen frühestens am Mittwoch mit einem Stopp des Trends. Dann kommt die amerikanische Notenbank zusammen, um über Leitzinsänderungen in den USA zu beraten.
Neben Öl und Euro ist heute auch Gold so teuer geworden, wie seit langer Zeit nicht mehr. Der Goldpreis stieg auf ein 28-Jahreshoch. Das Edelmetall kann derzeit in dem Maße zulegen, in dem der Dollar an Wert verliert und Öl teurer wird. Der Preis je Feinunze ist deshalb zuletzt über die Schwelle von 793 Dollar geklettert. Am Morgen war die Feinunze Gold 793,90 Dollar wert.
manager-magazin.de mit Material von ddp, reuters und dpa-afx
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