24.10.2007
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Bankenstudie

Wir sind Rosinenpicker

Von Rita Syre

2. Teil: Kredite aus dem Supermarkt

Kredite aus dem Supermarkt

Insbesondere die unter 45-Jährigen informieren sich über Bankprodukte längst (41 Prozent) via Internet. Das klassische Beratungsgespräch beim Banker nutzen lediglich 37 Prozent der Befragten. Bei den älteren Kunden sind dies immerhin noch 58 Prozent, während 18 Prozent das Internet nutzen. Die Konsequenz ist nach Ansicht der Ernst & Young-Berater, dass so die langfristige Kundenbindung erschwert werde.

Viel zu tun: Im Preiskampf mit ausländischen Anbieter müssen Deutschlands Banken dringend ihre Hausaufgaben erledigen
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Viel zu tun: Im Preiskampf mit ausländischen Anbieter müssen Deutschlands Banken dringend ihre Hausaufgaben erledigen

Der Wandel im Verhältnis des Kunden zur Bank gehe so weit, dass Produkte wie Kredite oder Tagesgeld auch im Supermarkt, im Kaufhaus oder an der Tankstelle gekauft würden. Noch kommt dies laut Umfrage für 64 Prozent nicht in Frage. Es besteht ein Akzeptanzproblem. Aber die jüngeren Kunden stehen diesen neuen Vertriebswegen aufgeschlossen gegenüber.

"Der Bankschalter neben dem Kühlregal ist keine Zukunftsvision mehr", meinen die Bankexperten von Ernst & Young. Immerhin könnte sich fast jeder fünfte Kunde bereits vorstellen, bei einem branchenfremden Anbieter Finanzprodukte zu kaufen - ganz im Sinne der zunehmenden Preisfokussierung.

Spezialinstitute wie die ING Diba, die Citibank oder Fortis hätten mit ihren auf den Preis ausgerichteten Geschäftsmodellen längst den klassischen deutschen Instituten einen Verdrängungswettbewerb im Privatkundengeschäft aufgezwungen. Und der wird nach Ansicht von Spill an Schärfe noch zunehmen.

Die Konsolidierung kommt

Er erwartet, dass weitere ausländische Institute insbesondere mit preissensitiven Angeboten auf den deutschen Privatkundenmarkt drängen werden, zumal die Nationalität des Bankhauses für die Deutschen bei der Wahl der Geschäftsbeziehung laut Umfrageergebnis kein Hindernis darstellt.

Die Experten von Ernst & Young gehen deshalb davon aus, dass es in einem nächsten Schritt innerhalb der drei Säulen des deutschen Bankensystems zur Konsolidierung kommen wird. Sparkassen sowie Volksbanken- und Genossenschaftsbanken, so Spill, würden sich verstärkt zusammenschließen.

Wegen der nicht ausreichenden Renditen kann sich Müller-Tronnier allerdings auch vorstellen, dass es innerhalb der dritten Säule, also bei den privaten Banken, zu einschneidenden Veränderungen kommt. Großbanken könnten sich gezwungen sehen, ihr Privatkundengeschäft abzutrennen. Im europäischen Ausland ist diese Entwicklung bereits zu beobachten. So hat sich beispielsweise die belgische Fortis bei der Zerschlagung von ABN Amro das Privatkundengeschäft in den Beneluxländern gesichert.

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