Von Karsten Stumm
Steinbrück und der große Crash
mm.de: Auch von den Bankenverbänden im Inland bekommt Steinbrück nur verhaltene Unterstützung. Um was sorgen sich die Banker?
Verzweifelte Anleger: Stürzt Chinas Börse zusammen droht der Welt nach Expertenmeinung ein Konjunktureinbruch, schlimmer als in der Asienkrise vor zehn Jahren
mm.de: Welche Regeln zur Reglementierung der Fonds sollten die G8-Unterhändler denn Ihrer Meinung nach jetzt anstreben?
Berg: Solche, die nicht per Gesetz durchgesetzt werden. Sonst verlegen die Hedgefonds einfach ihre Firmenzentrale in Staaten, in denen diese Regeln nicht gelten.
mm.de: Was bleibt dann übrig?
Berg: Die G8-Unterhändler könnten stattdessen einen Verhaltenskodex der Fonds anstreben: Die Verbesserung des Risikomanagements der Fonds sollte darin beispielsweise festgeschrieben werden. Zudem könnte eine Verbesserung der Transparenz angestrebt werden: Man könnte die großen Banken verpflichten, ihre Kreditvergabe an die Fonds bald zumindest in aggregierter Form zu veröffentlichen. So würde man sehen, wie riskant das Geschäft insgesamt geworden ist - und jeder Fondsmanager kann sich entsprechend positionieren.
mm.de: Wird sich Bundesfinanzminister Steinbrück in den nächsten Gipfeltagen mit solchen Vorschlägen speziell gegenüber Amerikanern und Briten durchsetzen?
Berg: Amerikas Notenbankchef Ben Bernanke ist sich immerhin bewusst, dass die Risiken für die Finanzmärkte in den vergangenen Monaten gestiegen sind. Wir kamen bisher nur alle drum herum, dass aus diesen Risiken ein handfestes Problem geworden ist. Finanzminister Steinbrück würde sich allerdings wohl leichter durchsetzen, wenn es den befürchteten Crash schon gegeben hätte.
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