Shanghai - Der Abschwung am Montag fiel noch stärker aus als die Verluste in der vergangenen Woche, die durch die Erhöhung einer Aktiensteuer ausgelöst worden waren. Der erneute Kurssturz wurde offenbar durch Verkäufe verunsicherter Anleger angetrieben, die mit weiteren Schritten der Regierung zur Abkühlung der Aktienmärkte rechnen.
Der Shanghai Composite Index schloss am Montag um 8,26 Prozent niedriger bei 3670,40 Punkten. Der Shenzhen Composite Index der kleineren Börse in Chinas Süden verlor 7,86 Prozent und schloss bei 1039,90 Punkten. Beide Indizes haben eine monatelange Rekordjagd hinter sich - Beobachter warnen vor einer Überhitzung.
In der vergangenen Woche hatte das Finanzministerium die Anhebung einer Aktiensteuer verkündet, um ein Heißlaufen der Finanzmärkte zu verhindern. Daraufhin war der Shanghaier Leitindex am Mittwoch um fast sieben Prozent gefallen. Nun fürchten Investoren die Einführung einer Kapitalertragssteuer.
100 Millionen Aktiendepots
Ökonomen warnen seit längerem vor der Bildung einer Spekulationsblase an Chinas Wertpapiermärkten. Im vergangenen Jahr hatte die Börse in Schanghai 130 Prozent zugelegt. Auch in diesem Jahr erreichten die Aktienkurse fast täglich Höchststände. Der Leitindex war bereits um mehr als 60 Prozent geklettert. Die Regierung versucht deshalb, den boomenden Börsenmarkt abzukühlen. Der erneute Einbruch wird von einigen Analysten daher auch als notwendige Korrektur gewertet.
Einige Anleger hatten in der vergangenen Woche allerdings erbost auf die plötzliche Steuererhöhung reagiert. In China haben seit vergangenem Jahr besonders viele Kleinanleger ihre Ersparnisse in Wertpapieren angelegt. An den Börsen wurden vergangene Woche erstmals 100 Millionen Aktiendepots gezählt. Die weltweiten Börsen hatten sich vergangene Woche dagegen unbeeindruckt vom chinesischen Aktieneinbruch gezeigt.
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