Von Christian Buchholz und Wolfgang Hirn, Nürnberg
Pinault: "Brand Leader als Partner"
Die Visionen und die Unternehmenskulturen von PPR und Puma ähnelten sich sehr. Dennoch sei eine weitgehende Eigenständigkeit von Puma und ein Festhalten an der Langfriststrategie "mit François-Henri vereinbart". Man plane gemeinsam "einen Marathon, keinen Sprint", Nachhaltigkeit und Langfristpläne in der Unternehmensentwicklung spielten nach wie vor die Hauptrolle.
Gegen 10:50 Uhr trat Pinault ans Rednerpult, um über "die Partnerschaft mit dieser großartigen Marke zu sprechen". Auch er erschien in schwarzem Anzug und weißem Hemd mit weit geöffnetem Kragen. Warum es die perfekte Chance für Puma und PPR sei: Man könne die Kraft starker Marken (zu PPR gehören unter anderem Yves Saint Laurent und Gucci) durch den Zusammenschluss deutlich erhöhen. "Fashion und Sports-Lifestyle sind Bereiche, die generell stärker zusammenwachsen - und mit Puma haben wir einen Brand Leader als Partner gewinnen können", sagte Pinault, der ausschloss, eine weitere große Sport-Lifestylemarke zu akquirieren, die zu Puma in Konkurrenz steht.
"Nach IFRS ist es möglich Puma zu konsolidieren, wenn wir die Kontrolle über das Unternehmen haben", sagte PPR-Finanzchef Jean-Francois Palus am Rande der Pressekonferenz. Nach der für Juni erwarteten Freigabe durch die EU soll Umsatz und das operative Ergebnis des Sportartikelherstellers in der PPR-Bilanz voll konsolidiert werden.
Entscheidend sei dabei nicht der Anteil, den PPR an Puma halte, sondern die Kontrolle über das Unternehmen, führte Palus aus. Sie ergibt sich daraus, dass PPR nach der EU-Freigabe drei Mitglieder des sechsköpfigen Puma-Aufsichtsrates stellen wird. Einen entsprechenden Beschluss hatte die Hauptversammlung am gestrigen Mittwoch gefasst.
Zeitz: "'Von Gucci lernen"
"Auch bei der Übernahme von Gucci haben wir die Verantwortung in den Händen der handelnden Personen belassen", führte Pinault zur Frage aus, wie stark man in das Geschäft von Puma eingreifen wolle. Es sei seit 45 Jahren das Konzept von PPR, in die Führung zugekaufter Marken nicht einzugreifen, "etwas anderes können und wollen wir auch nicht".
Auf die Frage, wie der Zusammenschluss vorbereitet worden sei, erklärte Pinault schlicht: "Ich habe mich vor wenigen Wochen mit Jochen und einigen anderen über das Projekt unterhalten - und die Entscheidung ist recht zügig gefallen. So einfach war das."
Zeitz erklärte: "Wir werden weitere Marken zukaufen und sind erfreut über die Unterstützung, die wir durch unseren neuen Partner dabei erwarten können."
Unterstützung soll es auch durch das Gucci-Know-how in Sachen Fashion und insbesondere bei der Sport-Luxussparte geben: "Selbstverständlich gibt es in diesem Bereich ein natürliches Interesse, zu kooperieren. Wir können von Gucci hier noch lernen", erklärte Zeitz.
Zur Frage, wie lange er als Vorstandschef von Puma noch agieren werde, erklärte Zeitz, dessen Vertrag bis 2009 läuft: "Ich bleibe so lange an Bord wie ich erwünscht bin."
© manager magazin online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH