Von Rita Syre
mm.de: Was also muss getan werden, um ein zweites LTCM-Debakel zu vermeiden?
Sievers: LTCM hatte kein ausreichendes Risikomanagement installiert und das hatte die bekannten fatalen Folgen. In der Zwischenzeit haben die Global Player der Branche ein umfassendes Risikomanagement in ihre Investmentprozesse integriert. Die Top 20 führen darüber hinaus Stresstests durch ...
mm.de: ... in denen Szenarien simuliert werden, um die Belastbarkeitsgrenzen auszutesten.
Sievers: Richtig. Um Illiquidität zu vermeiden, sollten alle Marktteilnehmer derartige Stresstests als Bestandteil ihres Risikomanagements implementieren. Es reicht nicht aus, dass nur die großen Hedgefonds professionelle Risikomanagementsysteme haben und Stresstests durchführen. Die Branche ist aber von sich aus bereits sehr aktiv. Beispielsweise gibt es Initiativen des Bundesverbandes Alternative Investments und der Alternative Investment Management Association, die sich mit einem Verhaltenskodex für Hedgefonds beschäftigen.
mm.de: Wie sieht die Zukunft der Hedgefondsbranche aus?
Sievers: Es kommt zu einer Konsolidierung in der Branche. Denn die Anbieter müssen eine bestimmte kritische Größe erreichen, schätzungsweise 100 Millionen Euro Assets under Management, um profitabel sein zu können und beispielsweise auch ein gutes Risikomanagementsystem finanzieren zu können.
mm.de: Sehen Sie eine Chance, dass ein solcher Standard etabliert wird?
Sievers: Die Hedgefondsbranche entwächst den Kinderschuhen und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unser Ziel ist es, im Hinblick auf diese für viele Anleger noch recht junge Anlageklasse Vertrauen aufzubauen. Das gilt nicht nur für die institutionellen Investoren, sondern vor allem für die Privatanleger. Ein umfassendes Risikomanagement ist ein ganz wesentliches Kriterium für den Erfolg eines Hedgefonds. Denn der Kundenschutz ist das oberste Gebot unserer Branche.
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