Hannover - Nach einer Senkung der Geschäftsprognose am Vortag haben die Titel von AWD
ihre immensen Vortagesverluste von rund 20 Prozent zum Wochenschluss weiter ausgebaut. Die im Nebenwerte-Index MDax notierten Papiere verbilligten sich am Freitagnachmittag um weitere 5,22 Prozent auf 24,69 Euro.
"Der Schock über die Gewinnwarnung wirkt angesichts der zahlreichen Herunterstufungen und der negativen Presse noch nach", sagte ein Händler. AWD hatte wegen einer schwachen Nachfrage seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Eine Entwicklung wie 2004 sei aufgrund der derzeitigen Marktlage kaum realisierbar, hatte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitgeteilt. Im vergangenen Jahr hatte AWD einen Umsatz von 716 Millionen Euro ausgewiesen.
Allein im dritten Quartal sei der Umsatz nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 142 Millionen Euro zurückgegangen, teilte AWD mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuer sei von 17,2 Millionen Euro auf rund eine Million Euro gesunken. Die als Reaktion auf die schwache Nachfrage gestarteten Investitionen in Vertrieb, Schulung und Marketing hätten den Ertrag zusätzlich belastet.
Detaillierte Angaben, wie sich die schwache Nachfrage auf Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr auswirken werde, machte das Unternehmen nicht. Jedoch kündigte das Unternehmen für 2005 eine Dividende von 1,00 Euro nach 1,25 Euro im Jahr zuvor an.
Für die enttäuschende Entwicklung machte AWD das weiter verhaltene Interesse an Finanzprodukten verantwortlich. "Wir haben unterschätzt, dass auch unsere Kunden in Deutschland einen Lernprozess über die neuen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge durchlaufen", sagte der Vorstandsvorsitzende Carsten Maschmeyer. Stärker als erwartet hätten sich die gestiegene Komplexität und die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge sowie die schwache Konjunktur ausgewirkt.
MLP äußert sich positiv zum eigenen Geschäft
Der AWD-Konkurrent MLP
hatte sich am Donnerstag zuversichtlich zum eigenen Geschäft geäußert. "Der positive Trend des ersten Halbjahres mit steigendem Absatz von Vorsorgeprodukten hat sich in den letzten Wochen und Monaten fortgesetzt", sagte ein MLP-Sprecher am Donnerstag. Zu den Geschäftszahlen für das dritte Quartal könne sich MLP aber noch nicht äußern. Die Bilanz für das dritte Quartal wird Mitte November erwartet.
Der Sprecher ergänzte, anders als AWD sehe MLP keinen Anlass für außerplanmäßige Investitionen in seinen Vertrieb, Schulungen von Beratern oder Marketing. Die im Nebenwerte-Index notierte MLP-Aktie konnte sich dem Sog der schlechten Nachrichten um AWD dennoch nicht entziehen und gab am Freitagnachmittag zuletzt rund 2 Prozent auf 16,60 Euro ab.
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