Frankfurt - Die Deutsche Bank
hat im vergangenen Jahr ihren Nettogewinn dank eines starken Handelsergebnisses und einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge nahezu verdoppelt und das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000 erzielt. Dennoch blieb Deutschlands größtes Kreditinstitut 2004 mit einer Eigenkapitalrendite von 17 Prozent vor Steuern weit von der für 2005 angepeilten Marke von 25 Prozent entfernt.
Beim Punkt Eigenkapitalrendite präzisierte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag die Ziele, die von vorherigen Verlautbarungen abweichen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in 2005 unser Ziel einer Vorsteuer-Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Umstrukturierungskosten erreichen können", sagte er während der Bilanzpressekonferenz.
Bislang war beim Renditeziel von einer bereinigten Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent die Rede. "Dazu müssen wir uns Vorsteuer-Ergebnis noch einmal deutlich steigern", erklärte Ackermann weiter. Zudem sei auf der Ertragsseite ein Wachstum von vier Prozent erforderlich. Der Kapitalbedarf werde nur mäßig wachsen.
Nettogewinn steigt in 2004 um 87 Prozent
Der Nettogewinn sei 2004 nach einem besser als erwarteten Schlussquartal um 87 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Deutsche Bank am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 2,49 Milliarden Euro gerechnet.
Die Aktionäre können nun mit einer Dividende von 1,70 Euro je Aktie rechnen, nachdem das Frankfurter Geldhaus für 2003 noch 1,50 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet hatte. "Darin zeigt sich, dass wir eine attraktive Ausschüttungspolitik verfolgen und dass wir zuversichtlich sind, weiter profitabel zu wachsen", sagte Bankchef Josef Ackermann.
Weitere 3280 Stellen fallen weg
Trotz der Gewinnsteigerung forciert Ackermann den Sparkurs, um das Rendite-Ziel 2005 zu schaffen. Im Ausland sollen nun per saldo 3280 Stellen gestrichen werden, nachdem zuletzt für Deutschland bereits ein Nettoabbau von 1920 Stellen angekündigt worden war. Insgesamt entfallen weltweit 6400 Vollzeitkräfte. 1200 Arbeitsplätze sollen aber an Standorten mit niedrigen Löhnen wieder geschaffen werden.
Der Bankkonzern hat gut 65.000 Mitarbeiter, davon mehr als 27.000 in Deutschland. Zum Amtsantritt von Ackermann im Mai 2002 waren es noch 85.000 Vollzeitkräfte.
Die Deutsche Bank schätzt die Restrukturierungsaufwendungen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Knapp die Hälfte davon wurde aber bereits im vierten Quartal 2004 verbucht. Die Bank verspricht sich eine jährliche Kostenersparnis von 1,1 Milliarden Euro durch die Maßnahmen. Im vergangenen Jahr blieben die Verwaltungskosten unverändert bei 17,4 Milliarden Euro.
Das Handelsergebnis legte 2004 um zehn Prozent auf 6,186 Milliarden Euro zu, während die Risikovorsorge für faule Kredite um zwei Drittel auf 372 Millionen Euro zurückging.
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