Donnerstag, 9. Februar 2012, 19:47 Uhr

manager magazin



25.11.2004
 

Schrottimmobilien

Niederlage für Badenia

Im Skandal um die Vermittlung und Finanzierung von Schrottimmobilien hat die Bausparkasse Badenia eine juristische Niederlage erlitten. Das Oberlandesgericht Karlsruhe verurteilte das Geldinstitut, einer Kundin Schadenersatz zu zahlen, der eine Wohnung zu einem deutlich überteuerten Preis vermittelt worden war.

Karlsruhe - 1997 hatte die Klägerin, eine damals 22-jährige Polizeibeamtin, eine Eigentumswohnung nahe Wuppertal gekauft, die ihr als Steuersparobjekt angepriesen worden war. Die junge Frau wirft der Badenia vor, sich einer Vertriebsgesellschaft bedient zu haben, um stark überteuerte Immobilien an unerfahrene Kunden mit kleinen Einkommen zu verkaufen.

  Verurteilt:  Die Badenia Bausparkasse muss einer Kundin Schadenersatz zahlen
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DDP

Verurteilt: Die Badenia Bausparkasse muss einer Kundin Schadenersatz zahlen

Nach Angaben der Klägerin lag der Verkehrswert des Objekts deutlich unter dem Kaufpreis. Zudem seien die Angaben zur Vermietungssituation und zur Entwicklung der Kosten falsch gewesen. Teil des Modells war ein Mietpool, mit dem bei leer stehenden Wohnungen ein Ausgleich geschaffen werden sollte. Der Klägerin zufolge hat die Vermittlungsgesellschaft nicht darauf hingewiesen, dass bei Unterdeckung des Mietpools Nachzahlungen erforderlich sind.

Das Karlsruher Oberlandesgericht (OLG) entschied nun, dass die Badenia 11.500 Euro Schadenersatz zahlen muss. Außerdem muss das Geldinstitut das Bausparguthaben der Käuferin zurückerstatten und sie von Verbindlichkeiten eines Bankdarlehens freistellen. Eine Begründung des Urteils steht noch aus.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt seit einiger Zeit gegen ehemalige Badenia-Mitarbeiter wegen Betrugsverdachts. Die viertgrößte Bausparkasse Deutschlands soll seit Anfang der 90er Jahre mangelhafte Immobilien zu überhöhten Preisen als vermeintliche Altersvorsorge finanziert haben. Dem Ex-Vorstand Elmar Agostini wird vorgeworfen, mit der Vermittlungsfirma Heinen & Biege, in deren Beirat er Ende der 90er Jahre saß, gemeinsame Sache gemacht zu haben.

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