22.10.2004
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Börsencrash 1929

... und dann sprang er aus dem Fenster

Von Lutz Knappmann

4. Teil: Der Absturz dauerte bis 1932

Der Absturz dauerte bis 1932

Doch tags darauf, am 25. Oktober, dem legendären Schwarzen Freitag, ging es weiter wie zuvor. Rund acht Millionen Aktien wechselten den Besitzer, viele Papiere gaben um 20 oder 30 Prozent nach. Am Ende schloss der Dow-Jones-Index allerdings sogar um 0,6 Prozent im Plus - die Banken hatten erneut eingegriffen.

  Handelsraum der New Yorker Börse:  Am Schwarzen Freitag erreichte die Nachricht vom Börsencrash Europa
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DPA

Handelsraum der New Yorker Börse: Am Schwarzen Freitag erreichte die Nachricht vom Börsencrash Europa

Dass dieser Tag dennoch als Schwarzer Freitag in die Geschichtsbücher einging, lag wohl vor allem daran, dass die Nachrichten vom Kurssturz an der Wall Street nun Europa erreichten - und auch dort für Panikverkäufe an den Aktienmärkten sorgten.

Endgültig brach die New Yorker Börse erst zusammen, als zu Beginn der Folgewoche die Banken nicht mehr stützend eingriffen. Die Aktienkurse waren mittlerweile so tief gefallen, dass sie bei zahllosen Anlegern nicht mehr zur Deckung der Kredite reichten. Nun forderten die Banken ihr Geld zurück - und gaben damit das Signal für den endgültigen Ausverkauf. 14 Milliarden Dollar Vermögen vernichteten die Panikverkäufe allein am 28. Oktober. An diesem Schwarzen Montag stürzte der Dow Jones von knapp 300 auf 260 Punkte ab.

"Eine Zigarrenaktie kostete vorher 115 Dollar pro Stück", berichtete ein Zeitgenosse. "Der Markt brach zusammen. Ich bekam einen Anruf vom Präsidenten der Gesellschaft, ob ich ihm 200 Millionen Dollar leihen könne. Ich lehnte ab, denn ich musste meine eigenen Interessen wahrnehmen, und die meiner engsten Freunde. Seine 115-Dollar-Aktie fiel auf zwei Dollar und er sprang aus dem Fenster seines Wall-Street-Büros."

Atempause nach drei Wochen

Erst am 13. November 1929 konnte sich der Dow-Jones-Index wieder fangen - fast 200 Punkte unter seinem Höchststand. Doch wer den zeitweiligen Seitwärtstrend nutzte, um sich mit günstigen Aktien einzudecken, beging einen gewaltigen Fehler. Denn nach einer kurzen Atempause ging es weiter abwärts - mehr als zwei Jahre lang. Im Sommer 1932 erreichte der Dow-Jones-Index seinen absoluten Tiefstand und schloss bei 41 Punkten. 90 Prozent seines Marktvolumens waren verloren. Zu dieser Zeit hatte die Wirtschaftskrise bereits die gesamte Welt erfasst.

Für Millionen Anleger blieb am Ende nur eine bittere Lehre, die auch in der jäh geplatzten Börseneuphorie der 90er Jahre manches Vermögen gerettet hätte: "Mache niemals Schulden an der Börse. Man weiß nie, was über Nacht passiert."

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