Frankfurt - Die Deutsche Börse
fächert Anfang nächsten Jahres ihre Gebühren für den elektronischen Aktienhandel auf. Damit will der Börsenbetreiber stärker auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse im elektronischen Handel eingehen und Gebühren vorhersehbarer gestalten, wie die Deutsche Börse am Dienstag in Frankfurt meldete. Die Änderungen, die ab dem 1. Januar 2005 gelten, wirkten sich nicht auf den Umsatz der Deutschen Börse aus.
Künftig werden die Entgelte für die Bereiche Clearing und Abwicklung getrennt, wie es hieß. Damit wird das Modell dreistufig. Bisher gibt es nur ein zweistufiges Modell: die Preise für den Handel sowie die Entgelte für Clearing/Abwicklung.
Xetra-Gebühren sollen deutlich fallen
Die Börse will die Mindestgebühr je Order im Xetra-Handel von 0,70 auf 0,60 Euro senken. Die Höchstgebühr werde von 21 auf 18 Euro reduziert. Zeitungen hatten bereits Anfang Juni über die von der Börse nicht kommentierten Pläne berichtet. So war spekuliert worden, dass die Höchstgebühr sogar auf 16,50 Euro gesenkt würde.
Das neue Gebührenmodell soll es Kunden ermöglichen, Preise für Wertpapiergeschäfte im Voraus genauer kalkulieren zu können. Nach der Abwicklungstochter Clearstream und der Terminbörse Eurex ist der Xetra-Handel die drittwichtigste Umsatzbringer der Frankfurter.
Gebühren-Umstellung soll Handel liquider machen
Zudem will der Börsenbetreiber mit dem neuen Entgeltmodell mehr Liquidität in den elektronischen Handel bringen. Entsprechende Pilotprogramme bei elektronisch generierten Aufträgen liefen derzeit. Die genaue Gestaltung der entsprechenden Gebühren will die Deutsche Börse nach Abschluss der Testphase mit Xetra-Teilnehmern im Schlussquartal 2004 bekannt geben.
Die Aktie der Deutschen Börse reagierte kaum auf diese Nachricht. Bis kurz vor Handelsschluss büßte die Aktie 0,34 Prozent auf 41,51 Euro ein, während der Dax
um 0,22 Prozent auf 3883 Punkte zugelegte. "Für die Kunden der Börse ist diese Nachricht durchaus interessant, aber für die Deutsche Börse selbst hat sie im Grunde keine Auswirkungen, da die Änderungen ja umsatzneutral sein werden", sagte ein Analyst.
Neue Preisbasis im Clearing-Geschäft
Auch die Preise im Clearingbereich, also bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften, ändern sich. Die Eurex Clearing werde als erstes Abwicklungshaus in Europa nur teilweise ausgeführte Aufträge nicht mehr berechnen, nur noch den Gesamtauftrag. Damit könnten Kunden nicht nur ihre Handelsentgelte, sondern auch die Clearinggebühren bereits vor Ausführung des Auftrags kalkulieren.
Das Clearing werde mit 0,52 Euro je Order plus 0,15 Basispunkte berechnet. Maximal würden Kosten von 6,20 Euro je Order fällig. Die Preisfeststellung (Settlement) werde 0,425 Euro je Abwicklungsanweisung kosten.
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