Von Frank Bulthaupt
Offensichtlich hat der anhaltend hohe Ölpreis weniger eine Verunsicherung, sondern eher einen Konjunkturpessimismus verursacht. Die Märkte sind von einer baldigen Normalisierung der Ölpreise nicht überzeugt und spielen den historischen Zusammenhang zwischen Ölpreisanstieg und weltweitem Konjunktureinbruch.
Dass die konjunkturelle Bedeutung des Öls in den vergangenen Dekaden - beispielsweise aufgrund technischer Entwicklungen - gesunken ist, scheint die Börsen nicht recht zu überzeugen. Sie warten offenbar auf harte Konjunkturdaten, die diese These bestätigen. Hierzu könnten beispielsweise noch ein bis zwei weitere erfreuliche US-Arbeitsmarktberichte beitragen, damit der Konjunkturpessimismus wieder zurückgeht und die Kurse auf fundamental gerechtfertige Niveaus ansteigen.
Herbstrallye im langsamen Walzer
Allerdings sollte dann nicht mit einem Kursfeuerwerk wie im vergangenen Jahr gerechnet werden, als mit der veränderten Risikoeinschätzung plötzlich die Risikoprämien nachgaben und die Kurse nach oben schossen. Eher steht mit einem allmählich nachlassenden Konjunkturpessimismus eine Herbstrallye im langsamen Walzer bevor.
Diese Diagnose sollte hoffnungsvoll stimmen. Denn die Erfahrung zeigt: Eine Rallye, die zu langsam ist, kann eine erfreulichere Kursentwicklung hervorbringen als eine Rallye, die zu schnell ist.
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