Der einzige Weg, die Krise zu überstehen
Dieser Rat ist simpel: "Keine Schulden!" In den kommenden zehn Jahren werde es nämlich zu tiefen Erschütterungen des Finanzsystems kommen. "Seien Sie unverschuldet, dann können Sie diese Krise gut überstehen." So wie übrigens Berkshire Hathaway, eine der wenigen Gesellschaften, die das alles weitgehend ungeschoren überstehen werde: "We'll be the last man standing!"
Doch nicht nur Rat und Trost hielt er bereit. Buffett holte zur großen Manöverkritik des Kapitalismus aus. Vor allem in der Branche der Investmentfonds sei viel zu lange offensichtliches Fehlverhalten toleriert worden. Es habe erst eines Mannes wie Eliot Spitzer, den Chef der New Yorker Börsenaufsicht, bedurft, damit bei den teils kriminellen Machenschaften aufgeräumt werde.
Wo es ihm besonders gegen den Strich ging, nannte er Ross und Reiter: Royal Dutch/Shell
habe die gesamte Finanzwelt jahrelang unter den Augen gestrenger Branchenkenner betrogen. Dass die gefälschten Nachschubschätzungen erst jetzt aufflogen, hat ihn offenbar sehr irritiert.
Autogramm auf den 50-Euro-Schein
Für die Investoren, die aus Übersee angereist waren, veranstaltete Warren Buffett diesmal eine eigene Fragestunde - und den Begriff muss man wörtlich nehmen. Rund 400 Gäste stellten sich in die Schlange, nur um dem Berkshire-Chef dann kurz die Hand zu schütteln. Mehr ging einfach nicht in sechzig Minuten. "Das war Murks", befindet Hendrik Leber, der gehofft hatte, ein paar Fragen loszuwerden.
Immerhin, für ein kleines Andenken reichte es: "Ich habe mir dann einen 50-Euro-Schein signieren lassen."
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