Von Frank Bulthaupt
Der 11. März ruft Erinnerungen an die Al Qaida und den 11. September wach. Von langer Hand inszenierte Brutalität und Plötzlichkeit soll uns erschrecken. Terroranschläge sollen wie Katastrophen erscheinen. Und für die betroffenen Familien sind sie es auch.
Stellt man sich jedoch einer ökonomischen Einschätzung, so ist der Begriff Katastrophe nicht angebracht. Solange Terrorwellen ausbleiben, sind die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen zeitlich befristet und in ihrer Größenordnung begrenzt. Allerdings spricht vieles dafür, dass die Transmission der Angst Europa stärker trifft als die USA.
Über welche Kanäle wirken Terroranschläge auf die Gesamtwirtschaft ein? Zu unterscheiden sind im Wesentlichen zwei Wirkungsgruppen: Erstens die unmittelbaren Folgen der Zerstörung, und zweitens die Angst vor weiteren Anschlägen, gepaart mit der Angst ums Überleben.
Regionale Schäden
Zu den direkten Folgen von Terroranschlägen zählt die Zerstörung von Gebäuden, Produktionsstätten und anderen Produktionsfaktoren, die zum Teil durch gesamtwirtschaftliche Abschreibungen erfasst werden können und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht beeinflussen.
Neben den daraus resultierenden Produktionsausfällen kommen Einbußen durch die Unterbrechung von ökonomischen Abläufen. Haushalts-, Produktions- und Ausgabenpläne werden plötzlich obsolet. Diese Auswirkungen bleiben zumeist im Anschlagsland regional beschränkt.
Hinzu kommen die ökonomischen Konsequenzen der Angst. Im Gegensatz zu den unmittelbaren, regionalen Schäden des Terrors kennt Angst keine nationalen Grenzen.
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