19.08.2003
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MLP

Aus und vorbei

Von Lutz Reiche

3. Teil: "Schockierend schlecht"

"Schockierend, sensationell schlecht"

Das Ergebnis ist niederschmetternd. Durch Rückstellungen für den Verkauf künftiger Provisionsansprüche und Wertberichtigungen rutscht MLP 2002 tief in die Verlustzone. Die Märkte strafen die Aktie ab. Händler bewerten die Anfang Februar 2003 präsentierten Zahlen als "schockierend, sensationell schlecht".

Und auch den vollzogenen Paradigmenwechsel in der Bilanzierungspraxis sehen sie kritisch: "Es stellt sich die Frage, was hat diese Firma eigentlich bisher getan. Das muss dann ja wohl jenseits von Gut und Böse gewesen sein", sagt ein Händler. Einen Tag zuvor hat die Deutsche Börse entschieden, MLP im Dax zu belassen.

Die Wogen glätten sich

Mittlerweile haben sich die Wogen um MLP Chart zeigen geglättet, auch wenn die Staatsanwaltschaft weiter ermittelt. Die Aktie hat seit den Tiefständen im März dieses Jahres ihren Wert mehr als verdoppelt und Vorstandschef Termühlen die Krise im Juni für beendet erklärt.

Gleichwohl verstummen die Vorwürfe nicht. Auf der Hauptversammlung im Juni rechnen Aktionärsschützer mit dem Vorstand ab, kritisieren vor allem die Informationspolitik des Managements.

Analysten dagegen bewerten die zuletzt vorgelegten Quartalsberichte als transparenter, halten den Finanzdienstleister indes im MDax für besser aufgehoben. "Wir sähen die MLP-Aktie lieber im MDax", erklärt etwa Rabea Bastges von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Wo bleibt das Gutachten?

Nach etwas mehr als zwei harten Lehrjahren dürfte MLP wohl tatsächlich besser im MDax aufgehoben sein. Der Druck der ständigen Beobachtung nicht zuletzt durch Hedgefonds, die den umstrittenen Finanzdienstleister immer wieder als Ziel auserkoren haben, dürfte in der zweiten Börsenliga abnehmen. "Ein Image als Musterschüler im MDax ist sicherlich besser als das des 'Enfant terrible' im Dax", schreibt die "Börsen-Zeitung".

Möglicherweise wird der Vorstandschef dann auch das seit April erwartete Gutachten hochkarätiger Bilanzierungsexperten vorlegen, das vor allem die Vorwürfe von "Börse Online" endgültig entkräften soll. "Termühlen lügt nicht", hat der an dem Gutachten beteiligte Professor Karlheinz Küting gegenüber manager-magazin.de bereits im Februar erklärt. Das wollen wir gerne glauben.


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