Zerschlagung der Holding droht
Doch auch wenn die Verträge der Mannheimer Lebensversicherung von der Protektor AG weitergeführt werden, ist die Mannheimer Holding AG
damit noch nicht über den Berg. Ein Problem sind die stillen Lasten der Mannheimer Leben in Höhe von 238 Millionen Euro: Die Holding ist auf Grund eines Gewinnabführungsvertrages mit der Lebenstochter verpflichtet, diese Löcher in der Bilanz zu füllen.
Offen ist, ob der Protektor diese Lasten übernimmt. Damit droht nach wie vor die erste Pleite in der deutschen Versicherungswirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg.
Ob sich die Mannheimer Holding einfach der hochdefizitären Mannheimer Leben entledigen und mit den restlichen Sparten seine Geschäftstätigkeit weiterführen kann, sei eher unwahrscheinlich, meint Jochen Schmitt, Analyst bei der Landesbank Rheinland Pfalz. Die Alternative wäre die Zerschlagung des Konzerns. Für die Aktionäre wäre das zugleich der worst case.
GDV: "Weitere Pleiten nicht zu erwarten"
Nach Ansicht des Bankhauses Lampe könnte eine mögliche Insolvenz der Mannheimer für den Anteilseigner Münchener Rück billiger sein als eine Fortführung des Unternehmens. Im Fall der Fortführung müssten die Münchener frisches Kapital nachschießen, meint Analyst Ralph Breßler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur vwd.
Er vermutet, dass die Wertminderung der Beteiligung bereits in den jüngsten Abschreibungen berücksichtigt wurde. Eine Übernahme der Mannheimer durch die Münchener Rück sei wohl zu teuer gewesen. Die Aktie der Mannheimer Holding AG
Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet nach den Worten von Verbandschef Bernd Michaels mit Fusionen und Übernahmen in der Lebensversicherungsbranche - weitere Pleiten seien aber nicht zu erwarten.
"Probleme der Mannheimer waren hausgemacht"
"Unternehmen werden sich zusammenschließen, um finanzielle Engpässe zu überwinden oder gar nicht erst aufkommen zu lassen", sagte Michaels der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei aber eher mit einer moderaten Konsolidierung zu rechnen.
Nach Ansicht von Michaels waren die Probleme der Mannheimer hausgemacht. "Die Mannheimer hat die Entwicklung der Aktienmärkte anders eingeschätzt als ihre Wettbewerber, sie war viel riskanter als der Rest." Wegen des massiven Verfalls der langfristigen Zinsen und der nun schon seit Jahren schwachen Börsen müssten sich Kunden der Lebensversicherer in den nächsten Jahren auf niedrigere Verzinsungen einstellen, sagte Michaels.
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