Berlin - Der Kollaps der Mannheimer Lebensversicherung ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nicht repräsentativ für die knapp 120 Lebensversicherer in Deutschland. "Bei den deutschen Lebensversicherern ist die Mannheimer Leben derzeit der einzige Problemfall", sagte eine BaFin-Sprecherin am Freitag.
Einziger Problemfall in der Branche? Die Mannheimer Holding ist noch nicht über den Berg
Protektor führt Verträge weiter
Die Erfüllung der laufenden Verträge sei sichergestellt, betonte ein Sprecher der BaFin. "Der GDV hat heute bestätigt, dass die Protektor Lebensversicherungs-AG (Protektor) einsatzbereit ist", so Karl-Burkhard Caspari, Vizepräsident der BaFin. Da Protektor die Verträge weiterführt, entstehen den Lebensversicherungs-Kunden der Mannheimer keine Nachteile.
Allerdings werden keine neuen Verträge mehr abgeschlossen. Die Policen würden samt Garantiezins und bisher zugesagter Überschussbeteiligung weitergeführt. Nach Einschätzung des Versicherungsverbandes GDV bekommen Kunden der Mannheimer-Leben durch die Protektor-Lösung Rückendeckung durch die gesamte Branche.
Sach- und Krankenversicherungssparte überlebensfähig
Die Mannheimer Leben hatte sich mit Aktiengeschäften verspekuliert und benötigt rund 370 Millionen Euro frisches Eigenkapital. In den ersten drei Monaten dieses Jahres betrug der Verlust nach Steuern im Konzern knapp 64 Millionen Euro, wovon 57 Millionen auf die Lebensversicherung entfielen.
Die Mannheimer Holding könnte ihre übrigen Versicherungssparten wie die Sach- und Krankenversicherung weiter führen, bekräftigte die BaFin-Sprecherin. Die Sach- und Krankenversicherungssparte der Mannheimer Holding seien "nach derzeitigen Erkenntnissen überlebensfähig."
Die Ansprüche der Versicherten aus den Verträgen der Mannheimer Krankenversicherung und Sachversicherung seien nicht gefährdet. Aus Branchenkreisen hieß es, dass verschiedene Versicherungen daran interessiert seien, im Falle einer Zerschlagung der Mannheimer Holding die Verträge zu übernehmen.
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