Analysten befürchten Forderungen in Milliardenhöhe
Analysten von Merrill Lynch schätzten die möglichen Forderungen an Bayer, abhängig vom Ausgang der Gerichtsverfahren, auf bis zu fünf Milliarden Euro. Credit Suisse First Boston sieht im schlimmsten Fall sogar Zahlungen von bis zu zehn Milliarden Euro auf Bayer zukommen. Die Hauptfrage sei, ob Bayer ausreichend versichert sei, sagte Michael Butscher von der Bayerischen Landesbank. Ein Bayer-Sprecher betonte, Bayer sehe nach wie vor keine Notwendigkeit für Rückstellungen im Zusammenhang mit Lipobay. Der Konzern sei im industrieüblichen Umfang versichert.
Der Anwalt des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns wies die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe zurück. Die Anwälte der Kläger hätten Journalisten eine kleine Auswahl an Dokumenten gegeben, die "sehr schädlich für unser Image und sehr hilfreich für ihren Fall" gewesen seien. "Wir legen Dokumente vor, die zeigen, was wirklich passierte", betonte Bayer-Anwalt Beck. Bayer habe verantwortungsvoll und richtig, sowohl bei der Entwicklung als auch der Vermarktung des Medikaments gehandelt.
Sammelklage wird nicht ausgeschlossen
Gleichwohl sieht Beck den Ausgang des ersten Prozesses auf Schadensersatz im Zusammenhang mit Lipobay offenbar als offen an: "Wir glauben, dass wir gute Argumente haben, aber sie sind keine Garantie in einem Rechtsstreit in den USA." Beck erwartet in rund zwei Wochen eine Entscheidung in dem Verfahren, das Mitte vergangener Woche im texanischen Corpus Christi begonnen hatte. Ob eine Sammelklage im Zusammenhang mit Lipobay zugelassen werde, sei noch nicht endgültig entschieden, sagte eine Bayer-Sprecherin.
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