Von Lutz Reiche
mm.de: Die Börse reagiert mit drastischen Kursverlusten auf die Zahlen von MLP
. Teilen Sie die negative Einschätzung der Märkte?
"Die Zahlen spotten jeder Beschreibung": Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba geht mit MLP hart ins Gericht.
mm.de: Sehen Sie keine Zeichen der Besserung? Schließlich gibt MLP vor, nun konservativer zu bilanzieren ...
Schmidt: Das kann man vielleicht so sehen. Doch dann stellt sich die Frage, was hat diese Firma eigentlich bisher getan? Das muss dann ja wohl jenseits von Gut und Böse gewesen sein. Vertritt man den Standpunkt, MLP wolle jetzt seine Bilanzierung transparenter und besser gestalten, dann kann ich dazu nur sagen, dieser Schritt kommt zu spät. Denn sonst würden solche Zahlen nicht zustande kommen.
mm.de: Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund der Zahlen nun die Entscheidung der Deutschen Börse
, MLP im Dax zu belassen?
Schmidt: Die Entscheidung wurde ja im Vorfeld der Zahlen getroffen. Hätte die Börse heute entschieden, wäre sie womöglich anders ausgefallen. Aber das ist Spekulation. Ich bedauere nicht nur die Entscheidung der Börse. Vielmehr muss man ihr vorwerfen, dass sie MLP im Dax belassen hat, denn schließlich hat MLP die von der Börse gesteckten Kriterien der Marktkapitalisierung nicht erfüllt.
Auch aus einem zweiten Grund hätte sich eine Herausnahme empfohlen: MLP ist nicht mehr als ein Zockerpapier. Wir haben in der jüngsten Vergangenheit Tagesschwankungen von zehn und mehr Prozent gesehen, die durch nichts untermauert wurden. Begleitet von Übernahmegerüchten schwankte die Aktie zuletzt sehr stark vor dem Stichtag, der für die Index-Rangliste entscheidend war. Danach verpufften die Kursgewinne. Wir müssen davon ausgehen, dass auch hier jemand bewusst versucht hat, den Kurs und das Umsatzvolumen nach oben zu treiben.
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