19. Dezember 2002: Das US-Logistikunternehmen Universal Express bekundet Interesse an der Übernahme des Cargolifter-Standorts in Brand und will dort möglicherweise eigene Luftschiffe bauen. Cargolifter
würde bei dieser Lösung jedoch aufhören zu existieren, sagte Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning. Die Aktiengesellschaft würde bei dieser Variante abgewickelt. Mönning: "Der Kaufpreis dient zur Befriedigung der Gläubigerforderungen."
21. Januar 2003: Der Verdacht der Konkursverschleppung bei dem insolventen Luftschiff-Planer hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft erhärtet. Weil ein Anfangsverdacht gegeben sei, seien die Akten an die Potsdamer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte weitergeleitet worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus.
8. Februar 2003: Der Aufsichtsrat der Cargolifter AG wird fast vollständig neu besetzt. Fünf der sechs Mitglieder verlassen das Gremium, wie Aufsichtsratschef Heinz Herrmann in Brand (Dahme-Spreewald) mitteilt. Zur Begründung sagen die Manager, sie sähen sich nicht mehr hinreichend legitimiert.
Herrmann betont, der Handlungsspielraum des Aufsichtsrates sei auf Grund der Insolvenz weitgehend eingeschränkt. Das betreffe auch Hauptversammlungen der Cargolifter AG. Es stünden keinerlei Mittel zur Einladung der rund 70.000 Aktionäre sowie zur Durchführung einer HV zur Verfügung. Da es aber ohne Hauptversammlung nicht möglich sei, einen neuen Aufsichtsrat wählen zu lassen, sei dem Amtsgericht Charlottenburg eine Liste von Personen übermittelt worden, aus denen das Gericht die neuen Mitglieder des Aufsichtrats bestellen könne.
10. Februar 2003: Neue Verdachtsmomente gegen den Vorstand des Unternehmens: Nach Angaben der ORB-Sendung "Brandenburg aktuell" hat Cargolifter die Öffentlichkeit möglicherweise gezielt getäuscht. Im Sommer 2000 habe die Firma eine geheime Studie erstellt, die klar zeige, dass bis zum ersten Flug des Cargolifter mindestens noch zehn Jahre vergehen würden und das vorhandene Geld nicht ausreichen könne.
Von diesen Fakten hätten die Anleger jedoch nichts erfahren, berichtete die Sendung. "Die Studie wurde stillschweigend vernichtet", hieß es. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Potsdam zum Verdacht der Insolvenzverschleppung halten unterdessen an.
3. März 2003: Der neu gebildete Aufsichtsrat (AR) der Cargolifter AG hat in seiner konstituierenden Sitzung Hans-Georg Engelken zum neuen Vorstand des insolventen Unternehmens bestimmt, wenn der bisherige von der EADS freigestellte Manager Wolfgang Schneider den Posten aufgeben wird. Gleichzeitig sei der langjährige CargoLifter-Aktionär Arnd Middelmann zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt worden.
14. März 2003: Nach dem Absturz des Unternehmens droht nun auch der riesigen Werfthalle in Brand das Ende. Die "Lausitzer Rundschau" berichtet, der an einer Übernahme interessierte Konzern Universal Express habe sich erkundigt, was ein Abriss kosten würde.
19. Juni 2003: Erneut gibt es Hoffnung für Cargolifter. Nachdem vor einigen Wochen Spekulationen aufgekommen waren, die Werfthalle der Aktiengesellschaft müsse wegen der hohen Unterhaltskosten abgerissen werden, hört man nun von Plänen, das Gelände des Unternehmens in einen Freizeitpark mit Tropenlandschaft umzuwandeln.
Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning teilt dazu mit, die malaysisch-englische Investorengruppe Colin Au und Tanjong Public Ltd.
habe den Zuschlag im Bieterverfahren erhalten. Ziel sei es, das Kaufgebot bis zum 15. Juli abschließend zu verhandeln und einen rechtsverbindlichen Kauf- und Übertragungsvertrag abzuschließen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
8. Oktober 2003: Mehr als ein Jahr nach der Insolvenz von Cargolifter hat die Versteigerung der Ausrüstung im brandenburgischen Brand begonnen. Allerdings könnten damit die Gesamtschulden des Unternehmens in Höhe von 120 Millionen Euro bei weitem nicht gedeckt werden, sagte Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning. Bis zum 11. Oktober stehen 8.000 Teile für ein Mindestgebot von 1,9 Millionen Euro zum Verkauf.
Die vor drei Jahren eröffnete Halle, die als weltweit größte ihrer Art gilt, war bereits im Frühjahr für 17,5 Millionen Euro an einen malaysischen Investor verkauft worden. Dieser will in dem 360 Meter langen, 210 Meter breiten und 107 Meter hohen Bau ein künstliches Tropenparadies einrichten. Eröffnung soll im Oktober 2004 sein. Derzeit stehen Werkzeuge, Büromöbel und Computer zum Verkauf.
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