Bernd Termühlen: Der MLP-Chef sieht in der Sonderprüfung kein Schuldeingeständnis
Heidelberg/Mannheim – Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der MLP AG
wurde am Montagabend beschlossen, zusätzlich zum bisherigen Wirtschaftsprüfer Rölfs & Partner die "international renommierte" Prüfungsgesellschaft Ernst & Young als Abschlussprüfer zu beauftragen. Damit wolle MLP der "zunehmenden Internationalisierung" Rechnung tragen.
MLP-Chef Termühlen sieht darin aber kein Eingeständnis, dass die bisherige Bilanzierung anzuzweifeln sei. Man wolle lediglich einer möglichen Diskussion "vorsorglich begegnen", ließ Termühlen am Montagabend verlauten. Ernst & Young solle Teile des Geschäftes der MLP im Rahmen eines "ergänzenden Reviews" prüfen.
Zuvor hatte Termühlen von KPMG und Deloitte &Touche einen Korb bekommen. Wegen "möglicher Interessenkonflikte", so MLP, werden die beiden Prüfer auf der heutigen Hauptversammlung (HV) nicht wie angekündigt zur "branchenüblichen Praxis der Rückversicherungen Stellung nehmen." Diese Rolle übernimmt am Dienstag jetzt der Mannheimer Professor Peter Albrecht.
Neben den Verwirrungen um die Bilanzierung der Rückversicherungsverträge der MLP-Versicherungstöchter kritisierten Aktionärsvertreter im Vorfeld der HV eine geplante Kapitalerhöhung. Kein Widerstand wird hingegen bei einer geplanten Namensänderung erwartet: Die bislang unter "Marschollek, Lautenschläger und Partner" firmierende Gesellschaft soll künftig schlicht MLP AG heißen.
© manager magazin Online 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH