Kritisch geprüft werden die Vorgänge um Comroad nun auch vom Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe). Die Behörde hat eine Voruntersuchung wegen möglichen Insiderhandels eingeleitet. Dabei geht es nach Angaben von Sprecherin Regina Nößner um auffällige Aktien-Verkäufe unmittelbar vor einer Ad-hoc-Meldung vom 20. Februar diesen Jahres.
Damals hatte der Vorstand mitgeteilt, dass die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG ihr Mandat bei Comroad fristlos gekündigt hatte. Es gebe in diesem Zusammenhang "Anhaltspunkte für Insidergeschäfte", sagte Nößner gegenüber manager-magazin.de. Ein "konkreter Verdacht" gegen einzelne Personen existiere jedoch nicht.
Sollte die Analyse einen solchen Verdacht ergeben, werde die Behörde diese Informationen an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Wann die Voruntersuchung abgeschlossen ist, lässt sich nach Auskunft der BAWe-Sprecherin noch nicht absehen.
Nößner: "Es kann sein, dass die Adhoc-Mitteilung vom heutigen Mittwoch noch in die Untersuchung miteinbezogen wird." In einem solchen Fall werde es "noch etwas dauern", bis Ergebnisse der Voruntersuchung vorlägen.
An der Börse geriet Comroad am Donnerstag weiter unter Druck. Die im November 1999 von der Privatbank Hauck & Aufhäuser und Concord Effekten zu 20,50 Euro platzierte Aktie verlor bis 13.30 Uhr weitere 16 Prozent und fiel auf 0,31 Euro. "Man kann nur hoffen, dass die ganzen Münchhausens bald aus dem Markt sind und dann auch richtig bestraft werden", sagte ein Börsianer.
Ein Händler in Düsseldorf meinte: "Der Treppenwitz ist, dass der inhaftierte Großaktionär Bodo Schnabel für die Hauptversammlung wahrscheinlich noch Freigang bekommt."
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