Von Patricia Döhle und Ulric Papendick
Zu optimistische Erwartungen
Um die hohen Preise gegenüber ihren Investoren - meist institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionsfonds - rechtfertigen zu können, operierten die Buy-out-Häuser oft mit kühnen Annahmen. So geschehen beim Kauf des traditionsreichen Türen- und Fensterherstellers Weru durch die Beteiligungsgesellschaft Triton.
Das Frankfurter Team der Private-Equity-Firma, hinter der als Investoren unter anderem das Bankhaus Sal. Oppenheim und der Assekuranzriese Axa stehen, hatte Ende 1999 die Weru-Mehrheit von der britischen Baufirma Caradon für rund 120 Millionen Euro gekauft.
An der ausführlichen Due Diligence (Unternehmensbewertung) durch Arthur Andersen hatten die Triton-Manager angeblich nur eines auszusetzen: Die Prognosen für den Türen- und Fenstermarkt seien zu pessimistisch.
Das waren sie offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Die Branche steckt heute in einer tiefen Krise. Vor allem der Einbruch der Baukonjunktur in Ostdeutschland macht den Fensterherstellern zu schaffen. Bei Weru gingen die Umsätze im ersten Halbjahr 2001 um annähernd 10 Prozent zurück; das Unternehmen droht in die Verlustzone zu rutschen.
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