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manager magazin



24.05.2001
 

Metabox

Chronik eines angekündigten Todes

Von Clemens von Frentz

Die lange Geschichte eines Unternehmens, das die Internet-Technik revolutionieren wollte.

Teil 3

10. April 2000

: Meldung über Großauftrag

Metabox meldet per Ad-hoc-Meldung eine "strategische Allianz" mit einem ausländischen Partner über die Lieferung von Set-Top-Boxen im Wert von rund einer halben Milliarde Mark.

Mitte April 2000: Erneute Empfehlung durch Merck Finck

Die Analysten von Merck & Finck raten erneut zum Kauf von Metabox. Begründet wird dies mit dem zuvor vom Vorstand gemeldeten Großvertrag im Wert von 500 Millionen Mark. Der Vertrag beinhalte die Lieferung von 500.000 Multimedia-Decodern und die dazugehörige Netztechnik. Der Umsatz werde sich in 2000 folglich verdoppeln. Konsequenterweise wird die Ergebnisprognose für 2000 von den Analysten kräftig angehoben - auf 2,70 Euro pro Aktie.

Die Aktie reagiert mit einer regelrechten Kursexplosion. Der Wert kann sich binnen weniger Tage mehr als verdoppeln.

17. April 2000: Expansion in die USA

Der Vorstand meldet per Ad-hoc: "Die Metabox AG hat in Austin, TX, USA, die 100%-ige Tochtergesellschaft Metabox Corporation eröffnet. President und Chief Executive Officer der US-Dependance ist Clint Giles, zuvor als Chief Sales Officer bei einem führenden Unternehmen im Apple-Bereich beschäftigt. Bereits zur Beginn der Geschäftstätigkeit konnten drei landesweit tätige Distributoren sowie einige Mail-Order-Anbieter als Kunden gewonnen werden." Für Nachfragen wird die Adressse von "Schumachers AG für Finanzmarketing" genannt.

Juni 2000: Weitere Kaufempfehlung

Die Analysten der Berenberg Bank empfehlen die Aktie von Metabox zum Kauf. Nach Meinung des zuständigen Analysten Marc Osigus entwickele sich das Unternehmen mit dem zuvor gemeldeten zweiten Auftrag über 500.000 Set-Top-Boxen in einer bislang weitgehend strukturlosen Branche zum Weltmarktführer. Angesichts der vielversprechenden Geschäftsaussichten halten die Experten ein Kursziel von 113 bis 123 Euro für realistisch.

Die Aktie kann von dieser Meldung profitieren. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens steigt per 14. Juni 2000 auf 434,88 Millionen Mark. Für Anleger und Vorstand ein Grund zur Freude. Bereits 1999 stand Metabox - nach Berechnungen der Tageszeitung "Die Welt" - auf Rang 35 in der Liste der 50 größten Internet Firmen Deutschlands.

28. Juni 2000: "Milliarden-Auftrag" von Inter-Nordic

Der Vorstand veröffentlicht mittels Ad-hoc-Meldung eine weitere Erfolgsnachricht. In der Meldung heißt es:

"Die Metabox International AG, ein Tochterunternehmen der Metabox AG hat einen Letter of Intend mit Inter-Nordic (Odense, Dänemark) über insgesamt 1,8 Millionen metabox-Set-Top-Boxen geschlossen. Inter-Nordic ist ein Zusammenschluss von Investoren aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island. Für diese Länder wurde eine exklusive Zusammenarbeit mit der Metabox AG vereinbart. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren, der Beginn der Lieferungen ist für das zweite Quartal 2001 vorgesehen. Innerhalb des Letter of Intend wird Metabox ebenfalls die Option eingeräumt, sich an der zukünftigen Plattform-Betreibergesellschaft zu beteiligen."

Zur Zusammensetzung des Konsortiums heisst es: "In der Investorengruppe Inter-Nordic haben sich eine Grossbank, ein Telekommunikationsunternehmen, ein Medienunternehmen und ein Online-Shop zusammengeschlossen, um gemeinsam eine skandinavische eCommerce- Plattform auf Basis der von Metabox angebotenen InteractiveTV-Systeme zu errichten."

Am gleichen Tag lesen die erfreuten Anleger bei vwd: "Der von der Metabox AG, Hildesheim, am Mittwoch ad hoc bekannt gegebenene Letter of Intent über die Lieferung von 1,8 Mio Set-Top-Boxen an ein skandinavisches E-Commerce-Konsortium umfasst ein Projektvolumen von mehr als einer Milliarde Mark. Das hat der Informationsdienst 'Mainvestor' von Metabox-Vorstand Stefan Domeyer erfahren."

Weiter heißt es: "Der vereinbarte Preis je Box schwanke zwischen 265 und gut 500 Dollar. Der größere Teil der Lieferung werde 2001 umsatzwirksam. Die Margen sollten in ähnlicher Größenordnung wie bei dem vor einigen Monaten gemeldeten ersten Auftrag liegen. Die endgültige Fixierung der Verträge sei bis Ende Juli vorgesehen."

5. Juli 2000: Rahmenvertrag mit Worldsat

Metabox meldet einen Rahmenvertrag mit dem französischen Unternehmen Worldsat S.A.R.L über die Lieferung von 500.000 Boxen im Wert von rund 400 Millionen Mark.



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