Mittwoch, 25. Mai 2016

Geldanlage Gold zwischen Himmel und Hölle

Goldnachfrage: "Bäh" zu Barren, doch Schmuck glänzt
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AP

Gold hat die Anleger zuletzt so sehr enttäuscht, dass sie sogar die beliebten Barren und Münzen zurückgaben. Warum also einsteigen? Weil die Welt sich verändert hat, meint Marcus Grubb, Managing Director des World Gold Council.

mm: Wie ist Ihr Eindruck - irgendwie scheint Gold zwischen Himmel und Hölle gefangen zu sein. Laut des Befunds des World Gold Council scheint der Abfluss aus den ETF zwar gestoppt. Aber andere Aspekte machen Goldfans eher nervös, zum Beispiel der Einbruch bei der Nachfrage nach Münzen und Barren

Grubb: Ich würde es nicht gefangen zwischen Himmel und Hölle nennen. Es gibt ja eine Menge positiver Signale, zu Beispiel die von Ihnen angesprochene Stabilisierung der ETF-Nachfrage. Denn die Gesamtstimmung hat sich gedreht. Die Wahrnehmung ist einfach die, dass "Risiko" sehr lebendig ist und man dem Risiko mit Gold zur Absicherung begegnen kann.

mm: Aber ist es nicht überraschend, dass die Menschen in solchen Zeiten bei Gold nur zögerlich zugreifen?

Grubb: Lassen Sie es mich so sagen - das vergangene Jahr war einfach ein gutes Jahr für Aktien. Wird 2014 genauso gut sein? Das bezweifele ich, wenn man sich die Unsicherheiten ansieht, zum Beispiel in der Ukraine. Deswegen ist Gold definitiv zurück auf dem Radar.

mm: Wo könnten die künftigen Preistreiber herkommen?

Grubb: Ich denke an die Urbanisierung in China und Indien. In den kommenden sieben Jahren sollen ungefähr 500 Millionen Menschen vom Land in die Stadt ziehen und dann Teil einer Mittelklasse werden - und die sind mit steigendem Wohlstand willens,Gold zu kaufen.

mm: Die Zentralbanken haben gerade das vierte Goldabkommen unterzeichnet - ist das nur ein beliebiges politisches Signal oder ein echtes Zeichen?

Grubb: Definitiv sogar ein gutes Zeichen. Die Zentralbanken waren in den vergangenen Jahren immer Nettokäufer gewesen und die Signale, die wir nun zum Beispiel von der indischen Zentralbank erhalten, sind die, dass sie diesem Pfad weiter folgen wollen.

mm: Welche Rolle spielen eigentlich die Politiker, die wegen des Umweltschutzes die Hürden für den Abbau von Gold immer weiter anheben?

Grubb: Es stimmt, dass die Politik die Arbeitsbedingungen in den Minen stärker in den Blick nimmt. Aber die Unternehmen haben auch entsprechend reagiert, insofern sehe ich da keine Probleme.

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